Hörbuchverlage setzen aufs Internet
Die Hörbuchverlage wollen mit Hilfe des Netzes neue Kunden gewinnen.
"Für uns ist der Download jedoch nur eine Ergänzung zu den traditionellen Verkaufswegen", sagte Yasmin Alinaghi, Sprecherin des Arbeitskreises Hörbuchverlage im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, anlässlich der Frankfurter Buchmesse. Im Buchhandel verzeichnet das Hörbuch bei einem jährlich geschätzten Umsatz von rund 65 Millionen Euro weiterhin zweistellige Zuwachsraten.
Bei den Online-Angeboten wollen die Verlage die Erfahrungen der Musikindustrie nutzen, die seit Jahren mit Piraterie kämpft. "Unser Ziel ist, unsere Werke zu schützen und einen gemeinsamen Standard zu entwickeln", sagte Alinaghi. Sie räumte ein, dass die Zielgruppe im Internet noch nicht deutlich zu erkennen sei.
Downloads unter Geschäftspreis
Ausgerechnet mit einer Postkarten-Umfrage soll der Markt in den
kommenden Wochen ausgelotet werden. Die Downloads wollen die Verlage
bis zu 20 Prozent unter dem Ladenpreis anbieten.
Mehr zum HörbuchZurzeit 8.000 Hörbuch-Titel auf dem Markt
Nach einer Schätzung von Marc Sieper von Lübbe Audio sind zurzeit rund 8.000 Hörbuch-Titel auf dem Markt. Bei einer Befragung kündigten fast alle Verlage an, ihre Produktion in den kommenden Monaten zu steigern. Dabei soll die Startauflage auf mindestens 5.000 Exemplaren erhöht werden.
Der Buchhandel stellt sich nach Information von Rudolph Braun-Elwert, Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses beim Börsenverein, immer stärker auf den neuen Markt ein. Bereits ein Viertel der Geschäfte beschäftige eigene Hörbuch-Mitarbeiter. Der Anteil der Hörbücher am Umsatz betrage im Schnitt zwischen ein und vier Prozent. "Wenn man nur die Belletristik rechnet, sind es allerdings rund zehn Prozent", berichtete Braun-Elwert.
