600 hacken für Nordkorea
Der kommunistische Staat Nordkorea hat laut Informationen des südkoreanischen Verteidigungsministeriums mittlerweile 600 Hacker unter Vertrag, die - gut ausgebildet - Netzwerke angreifen könnten.
Zwar sind in Nordkorea Computer rar und Internet-Zugang nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, doch wird seitens der Geheimdienste angenommen, dass die Möglichkeiten des Diktatorenstaates zum virtuellen Angriff bereits denen von fortgeschrittenen Industriestaaten gleichen.
Computerspezialisten werden in Nordkorea in einem fünfjährigen Universitätslehrgang ausgebildet - aus den Besten werden dann Hacker für den Staatsdienst rekrutiert.
Virtuelle Attacken bei Bedarf
Die Aufgabe der Sicherheitspezialisten ist, militärisch relevante
Informationen von Ländern wie den USA, Südkorea und Japan zu sammeln
sowie bei Bedarf virtuelle Attacken zu starten.
Nordkorea testet offizielle Web-PräsenzVon Süd- zu Nordkorea
Oxblood Ruffin, Sicherheitsexperte und Mitglied des Cult of the Dead Cow, eines der größten Beobachter von Hack-Angriffen, meint dazu: "Bereits die südkoreanischen Hacker gelten als talentierte und unerbitterliche Angreifer. Nordkoreanische Spezialisten haben zusätzlich noch eine patriotische Motivation."
Die Tatsache, dass Netzwerkaktivitäten bei vergangenen Angriffen nicht nur nach Nordkorea, sondern auch nach China zurückverfolgt werden konnten, lässt ihn darauf schließen, dass auch die Republik China unterstützend aktiv sein könnte. "Ich nehme nicht an, dass die Chinesen einen derartigen Stoß gegen ihre Souveränität akzeptieren würden - was nahe legt, dass sie bei Angriffen entscheidend mithalfen."
Toshi Yoshihara, Gastprofessor am Air War College in Alabama, merkt dazu an, dass China bereits so genannte Denial-of-Service-Attacken gegen Taiwan geritten habe - und vice versa. "Diese waren jedoch meist einfacher Natur - die betroffenen Server wurden kurzfristig in die Knie gezwungen."
Server im Staatsdienst
Bei einer Attacke müsse man zwischen zivilen und staatlichen
Servereinrichtungen unterscheiden. "Server im Staatsdienst sind viel
mehr abgesichert und robuster ausgelegt."
Nordkorea soll systematisch Hacker ausbildenIn Südkorea, wo eine nordkoreanische Attacke am meisten gefürchtet wird, befindet sich die Internet-Penetration bereits auf einem sehr hohen Level. Knapp 70 Prozent der Bevölkerung verfügen über einen Breitbandanschluss, und die Zahl der Hackangriffe ist in der Vergangenheit stark gestiegen.
Während 2002 noch 6.531 Fälle gemeldet wurden, stieg die Zahl 2003 bereits auf 14.063 Fälle. Allein im ersten Halbjahr 2004 wurden 10.634 Angriffe gemeldet.
