06.10.2004

BERICHT

600 hacken für Nordkorea

Der kommunistische Staat Nordkorea hat laut Informationen des südkoreanischen Verteidigungsministeriums mittlerweile 600 Hacker unter Vertrag, die - gut ausgebildet - Netzwerke angreifen könnten.

Zwar sind in Nordkorea Computer rar und Internet-Zugang nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, doch wird seitens der Geheimdienste angenommen, dass die Möglichkeiten des Diktatorenstaates zum virtuellen Angriff bereits denen von fortgeschrittenen Industriestaaten gleichen.

Computerspezialisten werden in Nordkorea in einem fünfjährigen Universitätslehrgang ausgebildet - aus den Besten werden dann Hacker für den Staatsdienst rekrutiert.

Von Süd- zu Nordkorea

Oxblood Ruffin, Sicherheitsexperte und Mitglied des Cult of the Dead Cow, eines der größten Beobachter von Hack-Angriffen, meint dazu: "Bereits die südkoreanischen Hacker gelten als talentierte und unerbitterliche Angreifer. Nordkoreanische Spezialisten haben zusätzlich noch eine patriotische Motivation."

Die Tatsache, dass Netzwerkaktivitäten bei vergangenen Angriffen nicht nur nach Nordkorea, sondern auch nach China zurückverfolgt werden konnten, lässt ihn darauf schließen, dass auch die Republik China unterstützend aktiv sein könnte. "Ich nehme nicht an, dass die Chinesen einen derartigen Stoß gegen ihre Souveränität akzeptieren würden - was nahe legt, dass sie bei Angriffen entscheidend mithalfen."

Toshi Yoshihara, Gastprofessor am Air War College in Alabama, merkt dazu an, dass China bereits so genannte Denial-of-Service-Attacken gegen Taiwan geritten habe - und vice versa. "Diese waren jedoch meist einfacher Natur - die betroffenen Server wurden kurzfristig in die Knie gezwungen."

In Südkorea, wo eine nordkoreanische Attacke am meisten gefürchtet wird, befindet sich die Internet-Penetration bereits auf einem sehr hohen Level. Knapp 70 Prozent der Bevölkerung verfügen über einen Breitbandanschluss, und die Zahl der Hackangriffe ist in der Vergangenheit stark gestiegen.

Während 2002 noch 6.531 Fälle gemeldet wurden, stieg die Zahl 2003 bereits auf 14.063 Fälle. Allein im ersten Halbjahr 2004 wurden 10.634 Angriffe gemeldet.