Soundgenerator für Toiletten boomt
Dass die Japaner ihren Sanitäranlagen schon beinahe kultische Aufmerksamkeit schenken, ist bekannt.
Beheizte Klodeckel und -brillen, die automatisch hochklappen, desodorierende Fliesen, ein reinigender Wasser-Jet-Strahl oder gar die Messung von Gewicht, Fettgehalt, Blutdruck, Herzschlag, Blut-, Zucker- und Eiweißgehalt am stillen Örtchen - was Europäern oft exotisch vorkommt, gehört in Japan zum Standard.
Ein vergleichweise simples Gadget ist derzeit gefragt wie nie: Die Radio-ähnliche "Sound Princess" wird an der Wand angebracht und soll mittels Wiedergabe von Wasserfall-Sounds verhindern, dass unangenehme Geräusche aus der Toilette dringen.
Doch die luxuriösen Toilettenanlagen sind nicht unumstritten. Manche fürchten dadurch eine Verweichlichung der Jugend. Die verwöhnten Jugendlichen könnten möglicherweise später nicht mehr mit den Arbeitsbienen aus China oder den anspruchslosen Koreanern konkurrieren.
High-Tech in Japans HäuselnStandardausstattung
Vor allem unter Frauen gilt es in Japan als unschick und peinlich, wenn die Geräusche der Natur nach außen dringen. Schon eine Unterhaltung während des "Geschäfts" mit der Kabinennachbarin oder wartenden Freundin, wie bei uns durchaus üblich, ist undenkbar.
Üblichweise betätigten die Frauen daher schon bei Betreten des WCs die Spülung, um eigene Töne zu überdecken.
Mit der Wasserverschwendung ist jetzt Schluss, im bekannt Technik-verliebten Land übernimmt diese Aufgabe die "Sound Princess" [Japanisch: "Oto-Hime"] des Herstellers Toto.
Alle öffentlichen Toilettenanlagen etwa in Schulen oder Kaufhäusern werden mittlerweise mit dem Soundgenerator ausgestattet.
