01.10.2004

ENDE 2005

DVDs via Breitband auf den Fernseher

Der Online-Videoverleih Netflix und der Hersteller von digitalen Videorecordern TiVo haben angekündigt, gemeinsam an einer Plattform für den legalen Download von Filmen aus dem Internet zu arbeiten.

Ende kommenden Jahres will TiVo Software und Set-Top-Boxen auf den Markt bringen, die auch Inhalte aus dem Internet aufzeichnen bzw. Video-on-Demand-Dienste nutzen können.

Bisher liefert Netflix die im Internet bestellten Filme per Postversand aus. Die TiVo-Geräte können derzeit nur von Kabel- und Satellitenfernsehen sowie von analogem TV via Hausantenne aufzeichnen.

Hollywood ziert sich

Doch die schwierigste Aufgabe steht der Allianz noch bevor: Für einen langfristigen Erfolg ist eine Kooperation mit den Hollywood-Studios notwendig.

Doch die Unterhaltungsindustrie hat sich aus Angst vor Raubkopien bisher standhaft geweigert, Filme ohne bombensicheren Anti-Piraterie-Schutz über das Internet anzubieten.

Sie fürchten, mit nur einem falschen Schritt, ähnlich der Musikindustrie, die Kontrolle über ihre Inhalte zu verlieren.

Die Studios betreiben mit Movielink zudem ein eigenes Download-Service und zeigten sich bisher gegenüber konkurrierenden Angeboten wenig kooperativ.

Allerdings haben zuletzt auch IT-Riesen wie Microsoft die Verschmelzung von Computer, Internet und TV zur obersten Priorität erklärt.

Film kommt in Zukunft via Breitband

Mit der wachsenden weltweiten Verbreitung von Breitband können immer mehr User auch größere Datenmengen in kurzer Zeit herunterladen.

"Das Internet steht als Vertriebsinstrument für Content wirklich erst am Anfang. Langfristig glauben wir, dass das die Art und Weise sein wird, wie Filme geliefert werden", so Netflix-Pressesprecherin Shernaz Daver.

Österreich steht europaweit an fünfter Stelle bei der Breitband-Durchdringung. Mit einer Penetrationsrate von 16,3 Prozent liegt Österreich damit hinter Belgien, den Niederlande, Dänemark und Schweden.

Bei den Privathaushalten führt Wien mit einem Breitbandanteil von 32 Prozent. Bis 2006 sollen 60 Prozent der Haushalte und bis 2008 75 Prozent der Haushalte einen Breitbandanschluss nutzen.