Trash-Musical, Nerd-kompatibel
Ein Musical mit zwei Sekunden Spielzeit und einem Protagonisten, der keinen einzigen Auftritt hat, ist grundsätzlich schon einmal gut. Zu diesem Ansatz passt der Handlungsort, ein Windows-Rechner in einer niederösterreichischen Provinzbank, ebenso wie der Beginn des Stücks, dessen Handlung vom Zufall eingeleitet wird: einmal falsch geklickt.
Auf die Idee, das Leben des Wiener Bonvivants und Schweinehirten, Demel-Eigentümers und verurteilten Mehrfach-Mörders Udo Proksch von einem CRM-Software-Cluster mit inkludierter Bonitätsprüfung singen zu lassen, muss man freilich erst einmal kommen.
Das Ganze dann auch noch mit hoher Witzdichte deutlich unter zwei Stunden auf der Bühne durchzuziehen - das kann nur monochrom.
Diese erweiterte Spaßguerilla-Truppe schafft es bei ihren Aufführungen sogar, das Publikum beim Lachen zu spalten. Wenn die wienerische Musical-Fabrikation in Gestus und Musik verhöhnt wird, so wird das allgemein für ziemlich lustig befunden. Spätestens nach den ersten paar Sequenzen wunderbar durchgeknallter Software-Witze lässt sich feststellen, wieviele Nerds ungefähr wo im Publikum sitzen.
Tante Jutta spricht:
Für alle Nerds, die guten Willens sind, sich einmal richtig
abzuhauen, besteht bei diesem Trash-Musical ROTFL-Pflicht.
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