30.09.2004

KOLPORTIERT

UTA-Übernahme durch Tele2 geplatzt

Seit Wochen wird in der Telekom-Branche über eine Übernahme des Anbieters UTA im Besitz von Landesenergieversorgern und Raiffeisen durch die Österreich-Tochter des europäischen Anbieters Tele2 spekuliert.

Der Deal soll nun in letzter Minute gescheitert sein, berichtet "Der Standard". Demnach zogen am Montag die UTA-Eigentümer die Notbremse. Der Verkauf sei sistiert, erfuhr die Zeitung aus Kreisen der UTA-Muttergesellschaft VTÖB [Vereinigte Telekom Österreich Beteiligungs GmbH].

Über die Gründe wird in der Branche spekuliert. Einer dürfte sein, dass der kolportierte Kaufpreis für die kürzlich mittels Gesellschafterzuschuss entschuldete UTA unter den Erwartungen der Stromversorger liege.

Ein zweiter, dass sich Raiffeisen doch nicht von UTA trennen wolle.

Weiterer Weg offen

Wie es nun weitergeht, ist dem Bericht zufolge offen. Als Alternative wird ein Zusammenschluss mit Connect Austria [One] ventiliert, der über Aktien der E.ON abgewickelt werden könnte. Auf E.ON-Aktien [50,1 Prozent] haben allerdings die One-Aktionäre Orange [France Telecom, 17,45 Prozent], Tele Danmark [15 Prozent] und Telenor [17,45 Prozent] das Vorkaufsrecht.

Freuen darf sich laut Bericht indes die Telekom Austria [TA]. Sie hätte bei einem Zusammenschluss von Tele2 und UTA mit einem Wettbewerbssturm zu rechnen, schreibt die Tageszeitung. "Das wäre ein zweiter Fall Tele.ring", sagt ein Beobachter.

Denn ohne Schulden und mit einem aggressiven Marktauftritt würde das TA-Festnetz sicher aufgemischt. TA-Vertreter behaupten indes, dass eine UTA-Übernahme im Interesse der TA sei, schließlich würde das Tele2 "lähmen".