29.09.2004

GSM/3G

Frequenz-Diskussion in Indien entbrannt

In Indien ist eine Diskussion über die Frequenzvergabe für GSM/3G-Netze losgebrochen.

Die indische Telekom-Regulierungsbehörde TRAI [Telecommunications Regulatory Authority of India] hat vorgeschlagen, Bandbreite im "PCS"-Band [1.850-1.910 MHz gepaart mit 1.930-1.990 MHz] an Betreiber von Mobilfunkdienstleistungen der zweiten Generation freizugeben.

Das obere Band ist Teil des von der ITU definierten Kernfunkfrequenzbands für 3G-Dienste und in einem Großteil anderer Länder entsprechend belegt.

Die GSM Association [GSMA] warnte nun davor, die Frequenzen für GSM-Dienste zu öffnen. Ein Zuwiderhandeln gegen die ITU-Empfehlung, das Kernband IMT2000 für 3G-Dienste zu beschränken, würde internationales Roaming unmöglich machen und damit Indien vom weltweiten Mobilfunkmarkt isolieren, so die GSMA.

Boomender Mobilfunkmarkt

Die GSMA sieht durch die Freigabe die weitere Entwicklung des indischen Mobilfunkmarkts bedroht. Mit 7,74 Telefonverbindungen [Festnetz und mobil] pro hundert Einwohner spiele der Mobilfunk bei der Initiative Indiens, den Zugang zur Telekommunikationsinfrastruktur zu verbessern, eine tragende Rolle. Die TRAI führt dagegen an, dass durch die Freigabe möglicherweise auch mehr Dienste geschaffen werden könnten.

Laut TRAI haben im August 1,87 Millionen Inder einen Telefonanschluss erhalten, davon 1,67 Millionen ein Handy. Im Monat Juli wurden neue 1,95 Millionen Kunden gemeldet, davon waren 1,72 Millionen Mobilfunk-User.

Die meisten Festnetzanschlüsse basieren laut TRAI auf WLL. Die Zahl der Festnetzanschlüsse liegt derzeit bei 43,65 Millionen, gesamt haben rund 85 Millionen Inder Zugang zu Telekommunikation via Handy oder Festnetz.