Geschäft mit dem [Anti-]Terror boomt
Die Anti-Terror-Branche boomt: Hersteller von Hardware zur Bekämpfung des Terrors und der Kriminalität freuen sich seit Jahren über blühende Geschäfte.
Am Dienstag trafen in den alten Wiener Börsensälen 24 Handelsvertreter der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie zusammen, um bei Klängen von Schubert ihre neuesten Produkte vorzustellen.
Darunter waren etwa Detektoren zum Auffinden schmutziger Bomben, Stiefel, die sogar Anti-Personen-Minen aushalten, und natürlich jede Menge Überwachungssysteme wie etwa Spionagekameras, unauffindbare Glasfaser-Mikrofone und Scanner zum Auffinden von Wanzen.
Veranstalter der Verkaufsshow war der Nachrichtentechniker und NUSS-Geschäftsführer Roman Rost. Seine Firma Nuclear Services & Supplies [NUSS] ist spezialisiert auf Geräte zur Auffindung von Sprengstoffen und radioaktivem Material.
Nuclear Services & Supplies [NUSS]Uni Wien spendete Glieder
Rost präsentierte ein neues Detektorsystem zum Auffinden so genannter schmutziger Bomben.
Dafür werden bereits bestehende hohle Geländerschienen auf Flughäfen und anderen Hochsicherheitsbereichen mit einer Flüssigkeit gefüllt, die selbst kleinste Mengen an radioaktivem Material entdeckt, ein Signal an eine Elektronenröhre sendet und so das Sicherheitspersonal informiert.
Rob Clarey vom britischen Aigis Engineering Solutions zeigte die Anti-Minen-Stiefel seiner Firma.
"Es funktioniert", so Clarey. "Wir haben es an echten Beinen demonstriert." Die Gliedmaßen wurden dabei von der Medizinuni Wien bereitgestellt. Interesse an den Lederstiefeln zeigt nicht nur das Militär, sondern auch die Ölindustrie.
Während manche Geräte einige zehntausend Euro kosten, fanden sich auch günstigere Produkte auf der Messe.
Joachim Götzloff von der österreichischen Eurolite zeigte etwa die Schutzanzüge seiner Firma, die schon ab 60 Euro zu haben sind und SARS, Radioaktivität und chemische und biologische Bedrohungen fern halten sollen.
MineBoot von AigisEinladung und Diskretion
Hunderte dieser Handelstreffen finden jährlich weltweit statt. Der Eintritt ist natürlich nur mit Einladung gestattet, selbst Ort und Datum werden nicht gerne genannt.
Auch die Namen ihrer Kunden geben die Hersteller freilich allesamt nicht preis.
Dadurch versuchen die Organisatoren ihre neuesten Errungenschaften vor den Augen eines nicht anvisierten Publikums zu schützen.
Auf der Wiener Messe fanden sich im Publikum neben Vertretern des österreichischen Bundesheeres und der Anti-Terror-Einheit des Innenministeriums vor allem viele Besucher aus dem Osten Europas.
Im Juni fand in Paris ein solches Handelstreffen, die "Eurosatory 2004", statt. Allein 17 österreichische Aussteller waren auf der Messe zugegen.
Liste der österr. Aussteller [pdf, französisch]
