Kalifornien verbietet anonymen Datentausch
Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat nun ein neues Gesetz unterzeichnet, das die Piraterie eindämmen soll.
Es verpflichtet jeden, der im Internet Film- oder Musikdateien bzw. Games an mehr als zehn Personen verbreitet, dazu, seine E-Mail-Adresse offen zu legen.
Das Gesetz bezieht sich vor allem auf Urheberrechtsinhaber, die ihre Werke online verbreiten.
Doch auch Tauschbörsen-Nutzer, die unter falscher oder gar keiner E-Mail-Adresse im Netz unterwegs sind, machen sich nun neben der Verletzung des Urheberrechts auch noch einer Ordnungwidrigkeit schuldig.
Diese kann mit einer Geldstrafe von bis zu 2.500 Dollar oder Haft von bis zu einem Jahr geahndet werde.
Klare Identifizierung
Von der neuen Maßnahme verspricht sich die Unterhaltungsbranche
eine weitere Abschreckung beziehungsweise eine leichtere
Identifizierung der Copyright-Verletzer.
Der Gesetzesentwurf [SB 1506] im DetailKritik von Bürgerrechtlern
Schwarzenegger ist als jahrelanger Nutznießer der Unterhaltungsindustrie ein bekennender Unterstützer der Anti-Piraterie-Maßnahmen.
MPAA-Präsident Dan Glickman lobte anlässlich der Gesetzesunterzeichnung auch gleich das "einzigartige Verständnis Schwarzeneggers für die gewaltigen Auswirkungen der Piraterie". Schwarzenegger selbst ist weiterhin Mitglied der Screen Actors Guild [Gewerkschaft der Filmschauspieler], die den Gesetzesentwurf ebenfalls unterstützte.
Zu den Gegnern zählen die Electronic Frontier Foundation [EFF] und die American Civil Liberties Union [ACLU], die in dem neuen Gesetz einen Verstoß gegen die Privacy-Rechte der Computernutzer sehen und davor warnen, den herkömmlichen Filesharer als Kriminellen zu betrachten.
