Vibrationssitz warnt Busfahrer
Mercedes hat auf der Messe IAA-Nutzfahrzeuge in Hannover neue Sicherheitssysteme zur Unfallvermeidung für Reisebusse vorgestellt.
Kleine Vibrationsmotoren im Sitz des Buslenkers sollen diesem vermitteln, ob er dem vor ihm fahrenden Fahrzeug zu dicht auffährt oder von der rechten Spur abkommt.
Beim Abstandsregel-Tempomat tastet ein Abstandssensor alle 50 Millisekunden die Umgebung vor dem Bus ab. Erkennt das System ein langsameres Fahrzeug, bremst es den Bus ab und warnt den Fahrer durch Vibrationen. Ansonsten hält er rund 60 Prozent des Tachowerts als Abstand ein.
Üblicherweise warnen solche Systeme über akustische Signale, diese würden sich für Busse aber nicht eignen, weil dadurch die Fahrgäste unnötig beunruhigt werden, so Mercedes.
Der Dauerbremslimiter ist ab Jänner 2005 serienmäßig in jedem Mercedes-Bus eingebaut, Spurassistent und Abstandsregel-Tempomat gibt es ab Frühjahr nächsten Jahres als Option.
Sicherheitssysteme [flash]Spurverfolger
Der Spurassistent warnt den Fahrer, wenn er mit seinem Bus eine Markierungslinie überfährt. Eine Kamera vor dem Fahrzeug verfolgt die Spur, bei Abweichungen bekommt der Fahrer, je nachdem ob links oder rechts, diese Warnung per vibrierenden Sitz angezeigt. Der Spurassistent funktioniert ab 80 km/h und wird beim Blinken deaktiviert.
Eine dritte Entwicklung greift direkt ins Fahrzeug ein. Üblicherweise könnten heutige Busse technisch gar nicht schneller fahren als 100 Stundenkilometer, weil dann der Kraftstoff elektronisch abgeregelt wird, so Mercedes. Das kann beim Bergabfahren jedoch durch Auskuppeln umgangen werden.
Der Dauerbremslimiter betätigt in dem Fall selbstständig die Bremse und hält den Bus auch bergab bei 100 km/h.
