Kampf um Nokia Bochum geht weiter

Schliessung
22.01.2008

15.000 bei Großdemonstration

Tausende Menschen haben sich am Dienstag zu einer Großdemonstration gegen die Schließung des Bochumer Nokia-Werks in der Ruhrgebietsstadt eingefunden. Die IG Metall hatte nach Bekanntwerden der Schließungspläne zu der Aktion aufgerufen.

In zwei Zügen setzten sich die Nokia-Mitarbeiter und zahlreiche Beschäftigte anderer Unternehmen um 11.55 Uhr in Bewegung. Die Polizei zählte nach eigenen Angaben rund 15.000 Demonstranten.

Ziel der Demonstranten war der Riemer Markt, wo auf einer Solidaritätskundgebung unter anderem IG-Metall-Chef Berthold Huber reden sollte.

Von der Schließung sind nach Angaben des Unternehmens rund 2.300 Beschäftigte betroffen. Hinzu kommen nach Gewerkschaftsschätzungen 1.000 Leiharbeiter und 1.000 Beschäftigte in Zulieferfirmen.

Merkel sichert Hilfe zu

Mittlerweile hat sich auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel [CDU] eingeschaltet und nach eigenen Angaben in einem Gespräch mit Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo ihr Unverständnis über die "gesamte Kommunikation" zum Ausdruck gebracht.

Merkel zeigte sich skeptisch, dass die Firma ihre Schließungspläne revidiert. Die Regierung werde aber alles tun, um den von Entlassung bedrohten Beschäftigten zu helfen. In diesem Zusammenhang habe sie auch mit Huber gesprochen.

Es gebe allerdings auch noch Gespräche zwischen dem Wirtschaftsministerium und Nokia. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden.

Nach Auffassung Merkels zeigt der Fall erneut, dass Subventionen "kein Garant für alle Zeit" sind. Dennoch werden in Ausnahmefällen weiter Subventionen nötig sein, vor allem bei der Ansiedlung von Unternehmen in Ostdeutschland.

(dpa)