17.09.2004

RAZZIA

User von ftp-welt.com werden überpüft

In einem der bisher größten aufgedeckten Fälle von Internet-Piraterie wird nun auch gegen Nutzer der Raubkopien ermittelt.

Drei Thüringer sowie der Münchner Rechtsanwalt Bernhard Syndikus der Kanzlei Gravenreuth & Syndikus sollen 45.000 Kunden über die Plattform www.ftp-welt.com illegal mit Raubkopien von Kinofilmen, Computerspielen, Anwendersoftware und Musikdateien versorgt haben.

Die Kunden, die seit Juni 2003 Raubkopien von der Website heruntergeladen hätten, kämen zum Großteil aus Deutschland.

Es müsse im Einzelfall geprüft werden, ob sie vorsätzlich gegen das Urheberrecht verstoßen haben, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Petri am Freitag im thüringischen Mühlhausen.

Firma auf den Jungferninseln

Betrieben wurde die Website über eine Briefkastenfirma auf den Jungferninseln. Für das illegale Service seien Server in Braunschweig, Tschechien, Estland und Holland genutzt worden. Der entstandene Schaden liegt den Angaben zufolge im zweistelligen Millionenbereich.

Das Quartett nahm nach Angaben der Ermittler auf diese Weise knapp eine Million Euro ein. Laut Landeskriminalamt Thüringen wurden 250 000 Euro auf deutschen Konten beschlagnahmt.

Auch in den USA vermelden Fahndern des FBI nach zwei Jahren Ermittlungen einen Erfolg gegen Raubkopierer. Laut Angaben wurden illegale Kopien von Micosoft-Software im Wert von 80 Millionen Dollar beschlagnahmt. Insgesamt wurden elf Personen festgenommen.