Polen versteigert vierte UMTS-Lizenz
Die polnische Telekommunikationsbehörde versteigert eine weitere UMTS-Lizenz. Damit könnte ein neuer Mobilfunkanbieter den polnischen Markt betreten. Auch ein oder zwei GSM-Frequenzen sollen versteigert werden.
Ihr Interesse an der Lizenz bekundeten bereits die Festnetz-Anbieter "Netia", "Telefonia Dialog" und "Sferia" sowie der schwedische Telekom-Konzern "Tele2".
Die Telekommunikationsbehörde plant die Versteigerung mit einem Minimalgebot von nur einigen Millionen Zloty zu beginnen, da die Gewinnerwartungen im Zusammenhang mit der UMTS-Technologie seitdem drastisch gefallen sind.
Die drei bereits auf dem Markt vertretenen Mobilfunk-Anbieter "Plus", "Era" und "Idea" halten jeweils eine UMTS-Lizenz. Sie verlangen, dass die neue Lizenz zum gleichen Preis von 870 Mio. Euro vergeben wird.
Siemens mit UMTS-Auftrag aus PolenProteste der etablierten Betreiber
Experten sehen heftige Proteste der etablierten Anbieter voraus. Diese haben bisher jeweils rund eine Milliarde Euro in ihre Netze investiert und fürchten nun, die Kunden mit einem vierten Unternehmen teilen zu müssen.
Um Marktanteile zu sichern, könnten die vorhandenen Anbieter deshalb auch selbst ein Angebot für eine weitere UMTS-Frequenz abgeben. Dem steht jedoch die Entscheidung der Telekommunikationsbehörde entgegen, bei der Ausschreibung noch nicht auf dem Markt präsente Firmen zu bevorzugen.
Die polnischen Preise für das mobile Telefonieren gehören nach wie vor zu den höchsten innerhalb der OECD. Während in der EU durchschnittlich 85 Prozent der Bürger ein Handy besitzen, sind es in Polen nur 50 Prozent.
