"Die Presse" soll wie Website werden
Dass der oberste Chef der "Presse", Styria-Chef Horst Pirker, ausgerechnet die Webausgabe des "Standard" zum Vorbild einer erneuerten "Presse" machen will, sorgt nicht nur bei Mitarbeitern des bürgerlichen Blattes für Irritationen. Eine heftige Debatte herrscht in den sonst so stillen Foren auf Diepresse.com.
Brief des Herausgebers
Pirker entfachte ein heftiges Forum zur Zukunft der "Presse".
Pirker an die "Presse"-LeserUnterberger muss gehen
Im Zigarrenklub hatte Pirker Derstandard.at als Vorbild für die Neuausrichtung der "Presse" genannt. Dazu wurden zuletzt die Weichen gestellt. Der bürgerliche Chefredakteur Andreas Unterberger, die "Gallionsfigur der politischen Wende" ["Der Journalist"], wird abgelöst durch seinen bisherigen Stellvertreter Michael Fleischhacker.
Dass die "Presse" liberaler werden und der ehemalige "Standard"-Journalist Fleischhacker diesen Weg vorgeben soll, erregt das bürgerliche Lager im "Presse"-Forum: Von einem "belanglosen Linkskatholiken" ist da etwa die Rede, der nur durch "Wischi-Waschi"-Artikel aufgefallen sei. Fleischhacker bekommt auch Lob, freilich nicht von jenen, welche die "Presse" neu schon an den "Zeitgeist" ausgeliefert sehen.
"Standard" ist Vorbild für "Presse"
"'Der Standard' kann sich international sehen lassen", so Pirker,
der ein Webangebot als Vorbild für die Ausrichtung eines
Printmediums sieht.
Der StandardPirkers möglicher Plan
Die neue "Presse" zu einer Replika des "Standard" zu machen könnte nach Ansicht von Brancheninsidern einen strategischen Hintergrund haben. Seit längerem erklärt Pirker, den 49-Prozent-Anteil der "Süddeutschen Zeitung" am "Standard" übernehmen zu wollen.
Die Übernahme eines finanziell angeschlagenen "Standard" durch Styria und letztlich die Fusion beider Zeitungen könnte dann leichter vonstatten gehen.
