Intels Konzept aus der Internet-Steinzeit
Intel will mit einem neuartigen Netzwerk-Konzept das bestehende Internet sicherer, flexibler und "smarter" machen.
Intel-Technologie-Chef Pat Gelsinger präsentierte eine Plattform, bei der leistungsstarke Server eine zusätzliche Ebene über der bestehenden Infrastruktur des Internets bilden, um Probleme bei der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Netzes in den Griff zu bekommen.
"Diese Geräte könnten das Internet in die Lage versetzen, eigenständig eine Attacke durch einen Wurm zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten", sagte Gelsinger auf dem Intel-Entwickler-Forum [IDF]. "Mit dieser Arbeit legen wir heute das Fundament für das Internet von morgen."
"Internet nach 26 Jahren immer noch primitiv"
"Wir benutzen heute noch eine Technologie, die 1978 definiert
wurde", so auch Vint Cerf, Vater von TCP/IP. "Das Internet ist nach
26 Jahren immer noch ziemlich primitiv." Insbesondere die Sicherheit
des Netzwerks lasse noch zu wünschen übrig."
Das Internet feiert GeburtstagNetzmonitoring
Gelsinger forderte die Industrie auf, sich der Initiative "PlanetLab" anzuschließen.
In dieser offenen Plattform entwickeln Unternehmen und Forschungseinrichtungen Lösungen für die nächste Generation des Internets.
Vor dem Forum demonstrierte Gelsinger den Service "Public Health of the Internet" [PHI].
Mit PHI hat Intel über mehrere Wochen die Angriffe auf das PlanetLab-Netzwerk analysiert und dabei festgestellt, dass 60 Prozent der Attacken eindeutig zehn einzelnen Angreifern zuzuordnen waren.
PHI sei in der Lage, die Internet-Adressen [IP-Adressen] dieser Angreifer zu identifizieren und andere Unternehmen rechtzeitig zu warnen.
Neben Intel arbeiten unter anderem Hewlett Packard, France Telecom, die Unis Princeton, Berkeley und Cambridge, sowie AT&T Labs und NEC Labs an dem neuen Netzwerk-Konzept mit.
PlanetLabDatenverkehr optimal lenken
Der Intel-CTO betonte, bei PlanetLab gehe es nicht darum, technische Entwicklungen wie das neue Internet-Protokoll [IPv6] zu ersetzen.
"Wir greifen eine Idee des ursprünglichen Internets auf, das als zusätzliche Ebene über das damals bestehende Telefonnetz und vorhandene Computer-Netzwerke gelegt wurde."
Die PlanetLab-Knoten, weltweit verteilte Server und Router, sollen mit eigener Rechenleistung und Speicherkapazität ausgestattet sein.
"Sie können dynamisch Datenströme innerhalb des Netzes managen, um einen Netzwerkstau zu vermeiden und Videoübertragungen in guter Qualität möglich zu machen."
Auch könnten Rechner für einen begrenzten Zeitraum in Grids zusammengeschlossen werden.
