Hersteller rüsten sich für TV-Recycling
Die großen japanischen Elektronikhersteller bereiten sich auf einen in den USA anstehenden Massenaustausch bei Fernsehern vor. Wegen der Abschaltung der analogen Frequenzen 2009 werden bis dahin geschätzte 80 Mio. Fernseher weggeworfen.
Mit der Gründung eines Elektroschrott-Recycling-Unternehmens namens EMRM kämen die Firmen ihrer Verantwortung für die Entsorgung der Geräte nach, sagte Panasonic-Chef Joseph Taylor am Donnerstag auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas.
Umstieg auf Digital-TV 2009
In den USA wird das gesamte Fernsehen im Februar 2009 auf digitale Programme umgestellt. Wer einen Analogfernseher hat, muss einen Decoder zwischenschalten oder ein neues digitales TV-Gerät kaufen. Schätzungen zufolge werden die US-Bürger bis dahin bis zu 80 Millionen Fernseher wegwerfen.
Die Hersteller sind bereits in zwei Bundesstaaten der USA verpflichtet, sich an der Entsorgung der Geräte zu beteiligen, 35 weitere Staaten wollen nachziehen. Panasonic zeigte sich daher über die anstehende Umstellung "sehr besorgt".
Elektroschrott ist ein Problem, und es wird immer größer. Jährlich werden immer mehr Elektroaltgeräte entweder gesammelt und verschrottet oder zu Hause "zwischengelagert". Nun mehren sich die Initiativen, dem Elektroschrott den Garaus zu machen.
Gemeinsam billiger
Ein großes Gemeinschaftsunternehmen werde es ermöglichen, die Kosten für die Entsorgung gering zu halten, sagte Panasonic-Nordamerika-Chef Yoshi Yamada.
Dadurch könne ein brauchbares, nachhaltiges Recycling-System für Elektronik geschaffen werden. Panasonic soll bei EMRM die Führung übernehmen, beteiligt sind zudem Sharp und Toshiba. Zudem kooperiert das Unternehmen nach eigenen Angaben mit Hitachi, Mitsubishi, Philips, Sanyo und Pioneer.
Fernseher enthalten viele umweltbelastende Stoffe. Neben Blei in der Bildröhre sind das insbesondere Cadmium und weitere giftige Substanzen. Gleichzeitig können die in den Geräten enthaltenen Metalle und Plastikteile im Recycling durchaus Geld einbringen.
In Österreich fallen derzeit pro Jahr rund 100.000 Tonnen Elektro- und Elektronikgeräte als Abfall an, wie die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle [EAK] vor kurzem bekanntgab.
Zwar sammeln die Österreich fleißig Elektroschrott und geben ihn auch zum Recycling weiter, dennoch dürfte die Belastung in den nächsten Jahre aufgrund der immer kürzeren Lebenszyklen der Unterhaltungselektronik enorm steigen.
(AFP)
