Totalstreik bei France Telecom
Die 106.000 Angestellten des französischen Telekommunikationskonzerns France Telecom haben heute einen 24-stündigen Streik angetreten.
Sie protestieren damit gegen die Privatisierung des Unternehmens und fordern arbeitsrechtliche Garantien. Zu Monatsbeginn hatte der französische Staat rund zehn Prozent des Kapitals von France Telecom veräußert, wodurch die staatliche Beteiligung auf unter 50 Prozent gesunken ist.
Zu dem Streik hatten die Gewerkschaftsverbände CGT, SUD, Force Ouvriere, CFDT und CFTC bereits in der Vorwoche aufgerufen. Am Montag schlossen sich auch die CFE-CGC und die FNSA-PTT dem Aufruf an. Im Dezember 2003, als im Parlament bereits ein Gesetz debattiert worden war, das es dem Staat erlauben sollte, weniger als 50 Prozent des Kapitals von France Telecom zu besitzen, hatten sich nur zwölf Prozent der Angestellten an einer Arbeitsniederlegung beteiligt.
Tausende Stellen abgebaut
Bei France Telecom waren bereits im Vorjahr 13.100 Posten
gestrichen worden, 7.700 davon in Frankreich. Dieses Jahr wurden
neuerlich 14.500 Mitarbeiter abgebaut. In Frankreich waren davon
heuer 8.800 Stellen betroffen.
Staat verkauft Teil der France Telecom"Die Angestellten sind äußerst schockiert über die Art und Weise, wie die Privatisierung erfolgt ist, selbst wenn man wusste, dass es eines Tages dazu kommen würde", betonte Verveine Angeli von SUD-PTT. Der FO-Gewerkschafter Jacques Lemercier warf der Betriebsleitung vor, keinen Wirtschaftsplan mit der Privatisierung verbunden zu haben. "Ohne ein bestimmtes Ziel ist diese Privatisierung nicht glaubhaft", so Lemercier.
In Paris haben sich die Streikteilnehmer von France Telecom um 10.30 Uhr vor dem Finanzministerium für eine Protestkundgebung versammelt. Demonstrationen sind nach Angaben der Gewerkschaft CGT auch in zahlreichen Provinzstädten geplant.
