DT-Chef pocht auf weniger Regulierung
Appell anlässlich zehn Jahren Marktöffnung
Deutsche-Telekom-Chef Rene Obermann fordert einen Abbau der Regulierung in er Telekombranche. Jetzt "ist der Einstieg in den Ausstieg sinnvoll", sagte der Vorstandsvorsitzende am Donnerstag bei einer Konferenz zum Thema zehn Jahre Marktöffnung in der Telekommunikation.
In den meisten Teilbereichen gebe es einen funktionierenden Wettbewerb, einen drastischen Preisverfall und eine große Anbietervielfalt.
DT behält Festnetz-Monopol
Zum 1. Jänner 1998 war das letzte Monopol der Deutschen Telekom, die Sprachtelefonie, für den Wettbewerb geöffnet worden. Neue Konkurrenten wie Mobilcom, Talkline und Arcor drängten auf den Markt und sorgten dafür, dass die Telefonpreise fielen.
Trotz der Liberalisierung hält die Deutsche Telekom aber noch rund 80 Prozent der Telefonanschlüsse. Die Konkurrenz setzt dem Bonner Riesen jedoch zu.
Marktvolumen sinkt
Das Marktvolumen verringert sich Obermann zufolge im klassischen Telefongeschäft jährlich um eine Milliarde Euro. Wegen des starken Preisverfalls wird "der Kuchen kleiner, und unser Kuchen wird auch kleiner".
BITKOM kritisiert EU-Pläne
Auch der Branchenverband BITKOM äußerte sich am Donnerstag zum Thema Regulierung und erteilte den EU-Plänen für Telekoms eine Absage:
Zur Möglichkeit, Netze und Dienste in der Telekommunikation zu trennen, sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer: "Damit würde eine komplette Branche ausgebremst." Wenn Telekommunikationsanbieter mit eigenem Netz den Netzbetrieb auslagern müssten, würden Investitionsanreize fehlen.
"Die EU sollte im Gegenteil alles tun, damit die Unternehmen weiterhin massiv in ihre Netze investieren und so die Grundlagen für neue innovative Dienste schaffen."
EU-Medienkommissarin Viviane Reding hatte im November ein Bündel von Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen die Unterschiede und Hürden auf den europäischen Telekommunikationsmärkten ausgeräumt werden sollen.
(dpa)
