Bestechungsskandal bei Samsung

konzerne
10.01.2008

Die Regierung Südkoreas hat eine Sonderuntersuchung des Samsung-Konzerns angeordnet. Samsung soll schwarze Kassen eingerichtet und hohe südkoreanische Beamte bestochen haben

Das Parlament des Landes hatte die Untersuchung bereits im November 2007 gebilligt. Die südkoreanischen Gesetze geben der Untersuchungskommission aber nur etwa 100 Tage Zeit, um zu einem Ergebnis zu kommen.

Die Regierung reagiert damit auf die Vorwürfe des ehemaligen hochrangigen Samsung-Anwalts Kim Yong Cheol, der seinem ehemaligen Arbeitgeber Ende 2007 öffentlich vorgeworfen hatte, über seine Tochterfirmen eine schwarze Kasse mit dem Umfang von etwa 145 Millionen Euro eingerichtet zu haben. Mit diesen Geldern seien höhere Beamte der Staatsanwaltschaft bestochen worden. Auch die Staatsanwaltschaft selbst hat eigene Untersuchungen in diesem Fall eingeleitet.

Im Namen der Angestellten

Kim wirft Samsung auch vor, unter dem Namen einzelner Angestellter Konten eröffnet zu haben, um die schwarze Kasse einzurichten. Im Dezember hatte die oberste Finanzaufsichtsbehörde Südkoreas festgestellt, dass eine Bank und ein Broker auf diese Weise gegen das Gesetz verstoßen hatten.

Samsung wies die Vorwürfe Kims als haltlos zurück.

Samsung ist der größte und mächtigste Konzern Südkoreas. Mit einem Umsatz von umgerechnet rund 108 Milliarden Euro erwirtschaftet Samsung ein Sechstel des südkoreanischen Bruttoinlandprodukts. Der Konzern und seine zahlreichen Tochterfirmen und Beteiligungen zeichnen für rund 20 Prozent des gesamten Exportvolumens des Landes verantwortlich.

(Reuters | futurezone)