Apple-Kartellstreit mit EU vor Beilegung

online-Musik
08.01.2008

Apple will noch diese Woche Schritte ankündigen, um den Kartellstreit mit der EU über seinen Online-Musikdienst iTunes zu beenden.

Eine Erklärung dazu werde spätestens bis Donnerstag veröffentlicht, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag. Daraufhin könnte die Europäische Kommission das im April eröffnete Kartellverfahren gegen Apple beenden. Sprecher von EU-Kommission und Apple wollten dazu nicht Stellung nehmen.

Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht

Stein des Anstoßes waren nationale Beschränkungen beim Kauf von Musiktiteln und Videos über das Internet. Wer im iTunes Shop einen Titel herunterladen will, kann das nur in der Online-Filiale seines Heimatlandes. Die Kommission betrachtet die Verträge zwischen Apple und den großen Musikanbietern über die regionalen Verkaufsbeschränkungen als Verstoß gegen das EU-Wettbewerbsrecht.

Briten zahlen mehr

Eine britische Verbraucherorganisation hatte sich 2005 darüber beschwert, dass der Preis pro Artikel mit 99 Cent in Deutschland und Frankreich niedriger sei als mit 79 Pence in Großbritannien.

"Paneuropäisches" Musikportal angestrebt

Apple hatte erklärt, die Firma hätte stets einen einheitlichen iTunes-Shop für alle Länder vorgezogen.

Die Musikanbieter - also EMI, Warner, Sony BMG und die zu Vivendi gehörende Universal Music Group - hätten jedoch auf urheberrechtliche Grenzen verwiesen.

Der deutsche Bundesverband der Verbraucherzentralen [vzbv] kündigte vor kurzem eine Klage gegen Apple an. Damit wollen die Konsumentenschützer Apple zwingen, den iTunes Store konsumentenfreundlicher zu machen.

(futurezone | Reuters)