Die Zukunft digitaler Gemeinschaften
Wissen ist Macht. Kein Elfenbeinturm sondern ein Wissensnetzwerk, das allen Menschen offen steht, diesen Traum hat sich Jimmy Wales erfüllt. Der Amerikaner gründete 2001 das freie Enzyklopädie-Projekt "Wikipedia". Ein Online-Lexikon, das von der weltweiten Internet-Community mit Daten und Fakten gespeist wird.
Die Basis für die kollektive Wissenseingabe ist die so genannte "Wiki-Software". Mit der Wiki-Software kann jeder User über den Web-Browser selbstgeschriebene Beiträge hinzufügen und eigene aber auch fremde Einträge korrigieren.
Wikipedia bietet mittlerweile 700.000 Artikel in 50 Sprachen an. Jeder Artikel ist Begriffen und Themen zugeordnet.
Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia
"Wenn man mich vor vier Jahren, als es die Wikipedia Homepage noch nicht gab, gefragt hätte, was passieren würde, wenn wir eine Homepage ins Netz stellen, dessen Einträge jeder User jederzeit verändern könne, hätte ich gesagt, das wäre verrückt, das würde in einem totalen Desaster enden. Aber es stellt sich heraus, dass die große Mehrheit der Menschen gut ist und kein Interesse daran hat, Böses zu tun. Unsere Software erlaubt auch ein schnelles Zurückkehren zur vorigen Version, falls jemand unsinnige Änderungen vornimmt."
Die digitale Gemeinschaft
Beim Prix Ars Electronica wurde Wikipedia heuer in der neuen
Kategorie "Digital Communities" mit der "Goldenen Nica",
ausgezeichnet. Dass sich Wikipedianer als weltweite
Online-Gemeinschaft verstehen, hat Jimmy Wales auf seiner Tour durch
Europa selbst erlebt. Es sei, als ob man alte Freunde treffen würde,
erzählt Wales.
WikipediaCommunities mit Zukunft
Im Rahmen des Prix Ars Electronica Forum V erörtern Howard Rheingold, Joichi Ito, Armin Medosch, Nicole Öhlrich, Dorothy Okello, Jimmy Wales und Michael Eisenriegler die kulturelle und gesellschaftspolitische Relevanz von "Digital Communities".
Prix Foren im Brucknerhaus
Commons & Communities - Social Life in the Digital Age" ist der Übertitel der Diskussionsforen IV und V im Rahmen des Prix Ars Electronica Forum. Die Foren werden am 6. und 7. September in Kooperation mit der Ö1-Sendereihe "matrix - computer und neue medien" veranstaltet. Es moderieren die Ö1-Redakteurinnen Ina Zwerger und Sonja Bettel.
Montag, 6. September und Dienstag 7.September 2004, 10.30 - 13.30 Uhr
Lawrence Lessig in Linz
"Creative Commons", eine Initiative für alternative Lizenzmodelle von geistigen Werken, hat dieses Jahr die Goldene Nica des Prix Ars Electronica in der Kategorie NetVision erhalten. Damit setzt die Ars Electronica ein Zeichen dafür, welche Bedeutung die Verteidigung der "Commons" in der heutigen Zeit haben.
Lawrence Lessig ist der Initiator dieser Initiative und wird gemeinsam mit anderen Preisträgern, Experten und Betroffenen beim Prix Forum am 6. September im Brucknerhaus in Linz über die Realität und die Visionen des digitalen Allgemeinguts diskutieren.
Konferenzprogramm Montag
