Pandora sperrt auch britische Nutzer aus

Webradio
08.01.2008

Lizenzen zu teuer

Im vergangenen Juli hat der US-Webradio- und Musikempfehlungsdienst Pandora für den Großteil seiner Nutzer außerhalb der USA den Zugriff auf sein Angebot gesperrt. Britische Nutzer konnten jedoch weiterhin auf Pandora zugreifen. Ab 15. Jänner müssen nun auch sie auf den personalisierten Streaming-Dienst verzichten.

Gebühren zu hoch

Pandora könne sich die von den britischen Verwertungsgesellschaften PPL und MCPS/PRS Alliance verlangten Lizenzgebühren nicht leisten, teilte Unternehmensgründer Tim Westergren den britischen Pandora-Nutzern am Dienstag in einer E-Mail mit.

Die Verwerter hätten auf Minimalgebühren pro Song und Hörer bestanden, die für einen werbefinanzierten Webradiodienst schlicht nicht finanzierbar seien, schrieb Westergren.

Staunen über Musikindsutrie

Er sei erstaunt, dass die Musikindustrie das Wachstum von Online-Musikdiensten behindere, die Hörer mit neuer Musik bekanntmachen, zeigte sich Westergren enttäuscht.

Westergren kündigte an, sich auch weiterhin um finanzierbare Gebühren in Großbritannien bemühen zu wollen. Vorerst habe er jedoch keine andere Wahl, als den Dienst für britische Nutzer zu sperren.

Pandora hat derzeit auch mit einer Erhöhung der Internet-Radiogebühren in den USA zu kämpfen.

Das vor drei Jahren gestartete Pandora basiert auf dem Music Genome Project, einem Zusammenschluss von Musikexperten, die in den vergangenen Jahren mehr als 400.000 Songs nach charakteristischen Eigenschaften klassifizierten.

Pandora erstellt für seine Benutzer, die ihre musikalischen Präferenzen am Beispiel einer Band oder eines Songs angegeben haben, auf Basis dieser Daten maßgeschneiderte Musikkanäle.

(futurezone | Patrick Dax)