Spielehersteller Acclaim löst sich auf
Wie erwartet und befürchtet hat der Spielehersteller Acclaim am Donnerstag nach der Erklärung der Zahlungsunfähigkeit die Auflösung seiner Geschäftstätigkeit nach Chapter 7 des US-"Bankruptcy Code" beantragt.
Acclaim, eine der ältesten Marken in der Gaming-Szene, hatte in der letzten Zeit vor allem durch ungewöhnliche Marketingkampagnen anstatt großer Verkaufserfolge von sich reden gemacht.
Noch nicht klar ist, was mit den aktuellen Spieleentwicklungen wie "100 Bullets" und der "Worms"-Serie passiert, diese dürften aber von anderen Herstellern aufgekauft werden. Gut verkaufen dürften sich dabei Titel, die bereits fertig gestellt sind. Schwieriger wird es mit halb fertigen Spielen, bei denen nicht klar ist, ob für die Fertigstellung genug Geld vorhanden ist, sagte Acclaim-Anwalt Jeff Friedman.
Acclaim hatte per 1. Juli Aktivposten von 47,3 Millionen Dollar bei Verbindlichkeiten von 145,3 Millionen Dollar. Laut Friedman schuldet der Hersteller einem Gläubiger über 20 Millionen Dollar.
Acclaim vor Bankrott10.000 Dollar für Namen Turok
Acclaim hatte bis zuletzt versucht, einen Ersatz für den bisherigen Kreditgeber GMAC [eine Tochter von General Motors] zu finden, dessen Vertrag per 20. August auslief, gab der Hersteller der US-Börsenaufsicht SEC bekannt.
Der Hersteller machte zuletzt vor allem durch groß angelegte und ungewöhnliche Marketingkampagnen von sich reden.
So wurden 10.000 Dollar für jene Eltern ausgelobt, die ihr Kind nach einer Videospiel-Figur namens Turok benennen. Um das Spiel "BMX XXX" zu bewerben, verloste der Hersteller auch eine Brustoperation.
Mit "BMX XXX" hatte Acclaim aber kein Glück gebracht. Nachdem große Handelsketten in den USA das Spiel nicht verkaufen wollten, Jugendschützer sich gegen die freizügigen Szenen zur Wehr setzten und der große Verkaufserfolg auf sich warten ließ, wurde der Hersteller zum Schluss auch noch von BMX-Profi Dave Mirra auf 31 Millionen Dollar verklagt.
