Löschers offener Brief an seine Manager

kolportiert
06.01.2008

Siemens-Chef Peter Löscher will offenbar hart gegen die für den Schmiergeldskandal Verantwortlichen vorgehen.

Das "Handelsblatt" berichtete am Sonntag in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf einen Brief Löschers an rund 700 Führungskräfte des Münchner Technikkonzerns, der Vorstandschef wolle mit früheren Machenschaften aufräumen.

"Was da stattgefunden hat, nicht in wenigen Einzelfällen, sondern vielfach und über längere Zeit, sind keine Kavaliersdelikte", zitierte das Blatt aus dem Schreiben. Niemand könne das mit einfachem Bedauern abhaken. Löscher wolle "Beteuerungen des Nichtwissens oder der Uneigennützigkeit fehlgeleiteten Handelns" nicht akzeptieren.

Siemens wollte den Bericht nicht kommentieren. Konzernkreisen zufolge will Löscher mit dem Brief die Verantwortlichen in den eigenen Reihen zur Rechenschaft ziehen.

Frühere Siemens-Manager, die in den Korruptionsskandal verwickelt sind, müssen mit Schadenersatzforderungen rechnen.

Aufarbeitung von Skandalen

Siemens arbeitet derzeit mehrere Schmiergeldaffären auf, was den Konzern nach Einschätzung von Löscher noch länger beschäftigen wird. Auch der einflussreichen US-Börsenaufsicht SEC musste die Siemens-Spitze bereits Rede und Antwort über die Aufklärung der Korruptionsaffäre stehen.

Dabei geht es für die Münchener um viel Geld: Dem Konzern droht Branchenkennern zufolge ein Bußgeld von der SEC - möglicherweise in Milliardenhöhe.

(Reuters)