31.08.2004

PRÄZISE

Mini-Atomuhren für Handys

US-Wissenschaftler haben am National Institute of Standards and Technology [NIST] eine Atomuhr von der Größe eines Reiskorns entwickelt.

Diese soll, wenn sie reif für die Massenproduktion ist, in Handys, Handhelds und GPS-Receiver eingebaut werden. "Genaue Zeitnehmung ist in vielen Bereichen eine elementare Anforderung", erklärt John Kitching, Leiter des Projekts.

Die Atomuhr verbraucht weniger als 75 Milliwatt und geht in 300 Jahren eine Sekunde falsch. Die Atomuhr selbst besteht unter anderem aus dem Atombehälter und einem Laser. Sie könnte künftig mit herkömmlichen Technologien zur Produktion von mikroelektromechanischen Systemen hergestellt werden, so das NIST. Damit ist das Potenzial für eine günstige Massenproduktion gegeben.

9,2 Milliarden Mal in der Sekunde

Herkömmliche Atomuhren haben traditionell große Abmessungen - sie sind teilweise bis zu zwei Meter hoch; darüber hinaus verbrauchen sie viel Strom und sind teuer zu bauen. Die Mini-Atomuhr würde, zusammen mit Oszillator und sonstiger Technik, ein Volumen von nur einem Kubikzentimeter ausfüllen.

Die Basisidee bleibt jedoch dieselbe: Die Zeit wird über den Umweg der Vibrationen eines Cäsium-Atoms gemessen - dieses "schlägt" 9,2 Milliarden Mal in der Sekunde. Dazu wird Cäsiumdampf in einer verschlossenen Kammer mit Licht aus einem Infrarot-Laser beschickt, der zwei elektromagnetische Felder erzeugt. Die Differenz der beiden Frequenzen wird so lange justiert, bis sie der Differenz zwischen den beiden Energielevels des Atoms entspricht.

Mehr Sicherheit in drahtlosen Netzwerken

Durch seine Genauigkeit könnte ein Atomuhr-Chip auch die Synchronisation von drahtlosen Netzwerkkanälen präziser machen und so deren Sicherheit erhöhen. Auch GPS-Receiver könnten genauer funktionieren.