Neues Online-Label von Apple und Jay-Z?
Derzeit macht ein Gerücht im Web die Runde, das enorme Auswirkungen auf die gesamte Musikindustrie haben könnte: Der Computerhersteller Apple soll den Start eines Online-Musiklabels planen und Hip-Hop-Mogul Jay-Z dafür an Bord holen.
Das berichtet das Weblog Boy Genius Report und beruft sich dabei auf Vertraute des Geschäftsmannes. Shawn Carter aka Jay-Z hatte erst Ende Dezember seinen Posten als Präsident der zu Universal Music gehörenden Plattenfirma Def Jam Records zurückgelegt. Er hatte angekündigt, sich "neuen Herausforderungen" stellen zu wollen.
Konkret soll es bei der Kooperation um Online-Musik gehen, Jay-Z soll dabei als Plattenboss fungieren. Eigentlich ein logischer Schritt, hat doch Apple mit dem iTunes Music Store den Vertriebsweg schlechthin für digitale Musik aufgebaut. Und der Online-Musikladen will natürlich gefüllt werden.
Die Musikindustrie gegen Apple
Den großen Musikkonzernen ist Apples Marktmacht dabei ein immer größerer Dorn im Auge. Sie wollen mehr an den Downloads verdienen und treten für höhere Verkaufspreise ein. Jobs hatte aber das 99-Cent-Modell immer wieder verteidigt.
So hat sich nun Warner Music etwa entschlossen, seine DRM-freie Musik ausschließlich bei Amazon zu verkaufen.
Künftig sei auch die Veröffentlichung exklusiver Tracks und anderer digitaler Musikprodukte beim iTunes-Konkurrenten geplant, teilten Warner Music und Amazon vergangene Woche mit.
Vom Rapper zum Millionär
Der 37-jährige Jay-Z wurde als Rapper und Mitgründer des Plattenlabels Roc-a-Fella Records und der dazugehörigen Kleiderlinie Roc-a-Wear zum Multimillionär. 2004 wurde er schließlich zum CEO von Def Jam ernannt, nachdem dieses Roc-a-Fella übernommen hatte. Jay-Z ist mit der R&B-Sängerin Beyonce liiert und gilt als Entdecker von Rihanna.
Ankündigung zur MacWorld?
Eine offizielle Ankündigung des Deals wird von Boy Genius Report zur MacWorld in zwei Wochen erwartet. Traditionell brodelt die Apple-Gerüchteküche vor der Konferenz, bei der Steve Jobs neue Produkte und Kooperationen ankündigt, besonders heftig.
Branchenkenner bezweifeln, dass Apple sich bei seinen bisherigen Content-Lieferanten beliebter macht, wenn es nicht mehr nur unumgänglicher Vertriebspartner, sondern auch noch zur direkten Konkurrenz wird. Zudem könnte der Eintritt in das neue Geschäft auch kartellrechtliche Probleme mit sich bringen.
Rechtsstreit mit Apple Records
Ungeklärt bleibt auch weiterhin die Frage, ob Apple überhaupt als Label operieren darf. Zwar wurde der langwierige Rechtsstreit des Unternehmens mit dem gleichnamigen Beatles-Label Apple Records im Februar 2007 beigelegt. Inwiefern nun Apple aber als direkte Konkurrenz zu Apple auftreten darf, ist fraglich.
Der Computerherstelle Apple Inc. hatte laut der Einigung sämtliche Rechte an dem Markennamen "Apple" übernommen und einige dieser Rechte an die Plattenfirma zurücklizenziert.
Die neue Vereinbarung ersetzt eine frühere aus dem Jahr 1991, die mit dem Wandel von Apple Computer zu einem Unterhaltungskonzern obsolet geworden war.
