Australien plant Filter für das Internet

überwachung
02.01.2008

Australiens Regierung will Internet-Inhalte filtern und Kinder so vor Gewalt und Pronografie schützen. Kritiker fühlen sich an Chinas "Great Firewall" erinnert.

Im Kampf gegen Pornografie und Gewalt sollen Internet-Provider nach dem Willen der australischen Regierung künftig Filter einbauen, damit ihre Kunden bestimmte Websites nicht mehr abrufen können.

Australiens Kommunikationsminister Stephen Conroy kündigte am Mittwoch an, Kinder sollten dadurch künftig besser vor Pornografie und Gewalt geschützt werden.

Conroy wies seinerseits Bedenken zurück, dass die Regierung dadurch Zensur ähnlich wie in China ausübe, wo viele Websites permanent blockiert werden. Die Redefreiheit könne nicht mit dem Betrachten von Kinderpornografie gleichgesetzt werden, so der Minister.

Mit der "Great Firewall" schottet der chinesische Staat seine Bewohner vor unerwünschten Inhalten ab. Auch bestimmte Suchbegriffe werden so gefiltert und umgeleitet.

"Wir brauchen ein offenes Netz"

Ein Sprecher der Australian Privacy Foundation, Roger Clarke, erklärte, der Plan der Regierung sei nicht nur ineffektiv, sondern könnte auch dazu führen, dass auch Websites nicht mehr aufgerufen werden können, die gar nicht blockiert werden sollten.

"Wir brauchen das nicht, wir brauchen ein offenes Internet", sagte Clarke. Eltern und Lehrer sollten Kinder vor Gewalt und Pornografie schützen, nicht die Regierung. Die Kontrolle des Informationsflusses sei ebenfalls nicht Aufgabe der Regierung - außer in totalitären Staaten.

Ein Sprecher der Internet Industry Association erklärte, dass eine Opt-out-Funktion für die Filter geplant sei. Auch werde daran gearbeitet, dass die Filter das Netz nicht verlangsamen. Ob das Projekt wie geplant umzusetzen ist, könne die Industrie noch nicht abschätzen.

(AFP)