Wal-Mart stoppt Video-Downloads

aus
28.12.2007

Der US-Einzelhandelsriese Wal-Mart hat seinen vor weniger als einem Jahr gestarteten Online-Videodienst wieder geschlossen.

Der Dienst dürfte nicht all zu viele Kunden gehabt haben, denn die Schließung ging weitgehend unbemerkt vonstatten. Wie am Freitag bekannt wurde, stellte Wal-Mart das Download-Angebot bereits am 21. Dezember ein.

Das Unternehmen begründete die Schließung damit, dass der Technologiepartner Hewlett-Packard [HP] die technologische Lösung für das Service nicht mehr anbiete. Wal-Mart sehe sich nach keinem neuen Partner um, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Über die Anzahl der verkauften Downloads gab die Sprecherin keine Auskunft.

HP zog sich aus dem Internet-Videogeschäft zurück, weil der Bereich die Erwartungen des Konzerns nicht erfüllen konnte, so ein Unternehmenssprecher.

Nutzung stark eingeschränkt

Die Nutzung der von Wal-Mart heruntergeladenen Videos war durch Kopierschutztechnologien stark eingeschränkt. Filme konnten nur auf einem autorisierten PC abgespielt werden. Auch das Brennen der Videos auf DVD war nicht möglich.

Marktbeobachter ätzten deshalb auch, dass das Wal-Mart-Download-Angebot der rigiden Kopierschutzpolitik der Medienkonzerne zum Opfer gefallen sei.

Große Hoffnungen

Wal-Mart war unter den ersten Anbietern, die beim Video-Download mit allen großen Hollywood-Studios zusammenarbeitete. Filme standen zeitgleich mit der DVD-Veröffentlichung zum Download bereit.

Branchenbeobachter setzten beim Start des Diensten im vergangenen Februar große Hoffnungen in das Angebot. Damals war davon die Rede, dass Wal-Mart Millionen von DVD-Käufern Film-Downloads schmackhaft machen könnte.

Das ist offenbar nicht passiert. Film-Downloads blieben bisher hinter den Erwartungen zurück. 2006 machten sie lediglich ein Prozent der Umsätze des DVD- und Videomarktes aus.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, wollen der Apple und das US-Filmstudio 20th Century Fox künftig gemeinsam über den iTunes Store Filme vermieten. Der Absatz von Videos hängt auch im iTunes Store hinter dem Wachstum des Musiksektors zurück.

(futurezone | Reuters)