Handy wacht über Gesundheitszustand
Mittels Handy und Bluetooth könnte künftig der Gesundheitszustand von Langzeitkranken überwacht werden. Die neuen Methoden zur Patientenüberwachung sind am Dienstag von IBM vorgestellt worden.
Mit mobilen Technologien könnten die Betreuten außerhalb des Krankenhauses "im Grunde genommen ein normales Leben führen", sagte IBM-Projektleiter für Mobile Computing, Dirk Husemann.
Vorgestellt wurden zwei Geräte, die mittels einer Applikation am Mobiltelefon und einer Bluetooth-Schnittstelle Auskünfte über gesundheitsrelevante Daten liefern: Ein Blutdruckmessgerät liefert beispielsweise nach jeder Untersuchung selbsttätig die Werte an einen Server.
Werden bestimmte Schwellen überschritten, können Angehörige oder Ärzte alarmiert werden und Nachschau halten, sagte Husemann.
Blutdruck via WAP
Die Austrian Research Centers ARC Seibersdorf, das
LKH-Universitätsklinikum Graz und die Mobilkom Austria führen
Telemedizin-Studien durch, die es Patienten mit Bluthochdruck oder
Herzschwäche erlaubt, ihre selbst gemessenen Gesundheitswerte
[Blutdruck, Puls, Körpergewicht, etc.] via WAP-Handy an das
Krankenhaus zu senden.
Ferntherapie via Handy für DiabetikerPatiententechnologien ab 2010
Eine andere Anwendung ist eine Art digitale Pillendose. Kontakte, die auf der Folie auf dem Tablettenblister angebracht werden, zeigen an, ob das Medikament herausgedrückt wurde. Wird eine Einnahme um eine bestimmte Uhrzeit versäumt, könnte auch hier Alarm gegeben werden.
Die Technologie funktioniert auf einer relativ simplen Basis, erklärte Husemann. Eine Java-Applikation, die auf den meisten modernen Handys läuft, schickt die Daten, die per Bluetooth empfangen werden, automatisch weiter. Auch die medizinischen Geräte wie Blutdruckmesser könnten auf die gleiche Weise wie bisher bedient werden.
Bisher sind solche Geräte allerdings noch Zukunftsmusik. Obwohl die meisten Personen, denen die Prototypen vorgestellt worden sind, positiv reagiert hätten, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis sich diese Anwendungen durchsetzen, schätzte Husemann. Laut Studien werde die Patiententechnologie "etwa um 2010 wirklich nach oben schießen".
