23.08.2004

DXTUNERS.COM

[Kurz]Wellenjagd via Internet

Wer je des Nachts exotische Radiostationen auf Kurzwelle gejagt hat, oder mit einem HF-Scanner hinter Flugfunk und anderen Diensten auf den höheren Frequenzen her war, der kann sich auch via Netz einen Satz heiße Ohren holen.

Das Radioportal Dxtuners.com stellt eine ganze Anzahl von Kommunikations-Empfängern zur Verfügung, die über die ganze Welt verstreut sind. Diese sind via Browser mit Flash-Plugin anzusteuern, die Ergebnisse kommen dann als Audiostream zurück.

Das heißt, mit DXtuners.com lassen sich Radiostationen aller Art einfangen, die von den Ausbreitungsbedingungen her in Zentraleuropa nicht einmal theoretisch zu empfangen sind.

Vier Server für ein Radio

Für alle, die selbst ihren Empfänger ans Netz bringen wollen, stellen die schwedischen Betreiber des mittlerweile 50 Receiver umfassenden Radio-Netzes Software, die ausschließlich unter Linux läuft, gratis zur Verfügung.

Server für Audio Streaming, Radio Control, Chat und Logging werden ferninstalliert, dazu bietet Lindman IT 24/7 Service an. Für Bandbreitenkosten und Stromverbrauch des neuen Knotens soll es ab einer bestimmten Höhe auch Kompensationsgelder geben.

Der Radio Control Server ist in Macromedia Flash geschrieben, der große Rest in GNU C.

Test mit der Tante

Beim Blitztest zeigte sich Tante Jutta von den Flugfunk-Scans in Kanada und geglückten Versuchen, in Stockholm afrikanische Stationen zu empfangen, zwar beeindruckt. Als wir ihr gestern Abend die ORF Sendung Matrix im 49-Meterband [6155 KHZ] von einem Empfänger in Nordengland via TCP/IP vorspielten, wurde sie dann etwas unruhig, sagte "erstaunliches Paradoxon" bzw. "Wenn Marshall McLuhan das noch hätte erleben dürfen" und begab sich ungewöhnlich früh zu angeblicher Nachtruhe.