Zank um "Deutschen Computerspielpreis"
Der Deutsche Musikrat macht gegen die staatliche Aufwertung von Computerspielen zu Kulturgütern Stimmung.
Die vom deutschen Kulturstaatsminister Bernd Neumann [CDU] geplante Vergabe eines "Deutschen Computerspielpreises" für "kulturell wertvolle" Spiele hat beim Deutschen Musikrat für Verstimmung gesorgt.
Überlegungen, Computerspiele zum Kulturgut zu erheben, seien "abstrus", teilte Christian Höppner, der Generalsekretär des Musikrates, am Donnerstag in einer Aussendung mit. Es wäre ein einmaliger Vorgang, "eine neue Erscheinungsform kultureller Selbstäußerung par ordre de Mufti zum Kulturgut zu erklären", hieß es in der Pressemitteilung weiter.
Der Deutsche Kulturrat als Spitzenverband der Bundeskulturverbände vertritt in dieser Frage eine differenzierte Haltung und ist dagegen, alle Computerspiele "pauschal zu verdammen".
Mit bis zu 300.000 Euro dotiert
Neumanns Sprecher bestätigte unterdessen die Pläne des Kulturstaatsministers. Die Preise sollen jährlich vergeben werden und insgesamt mit 300.000 Euro dotiert sein.
Neumann hatte dieses Vorhaben auch schon in seinem Kulturinvestitionsplan für die nächsten Jahre mitgeteilt, für den ihm der Haushaltsausschuss im November überraschend zusätzliche 400 Millionen Euro bewilligt hat.
Nach Angaben der "Saarbrücker Zeitung" soll der Preis an PC-Spiele vergeben werden, die "qualitativ hochwertig, pädagogisch wertvoll und gesellschaftlich erwünscht" seien.
Die deutsche Bundesregierung hat am Mittwoch ein strengeres Jugendschutzgesetz beschlossen. Die Neuregelung sieht auch ein Abgabe-, Vertriebs- und Werbeverbot für "gewaltbeherrschte" Computerspiele vor.
(futurezone | APA | dpa)
