Amazon legt sich mit Musikkonzernen an

"Spiegel"
22.12.2007

Nach einem Streit über den Verkauf von Import-CDs hat Amazon kurzfristig Verkaufsschlager von großen Musikkonzernen aus dem Programm genommen.

Amazon Deutschland hat mitten im Weihnachtsgeschäft Toptitel der großen Musikkonzerne Sony BMG, Warner Music, Universal Music und EMI ausgelistet, berichtete das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Zuvor hatten die Labels Amazon wegen des Verkaufs von billigeren Import-CDs statt der regulären CDs aus EU-Ländern abgemahnt.

Toptitel nicht zu finden

Amazon kam der Aufforderung der Musikkonzerne nach und nahm die beanstandeten Titel aus dem Angebot. Gleichzeitig entfernte Amazon jedoch auch Neuerscheinungen von Sony BMG und Warner Music sowie ausgewählte Titel von Universal und EMI. Was zur Folge hatte, dass Topseller von Amy Winehouse, Celine Dion und James Blunt bei Amazon einige Tage lang nicht zu finden waren.

"Waffenstillstand" nach Krisengespräch

Erst nach einem Krisengespräch mit den Labels bot Amazon die Alben wieder an, berichtete das Magazin. Die Auseinandersetzung dürfte jedoch damit noch nicht vorbei sein. "Das ist nur ein Waffenstillstand, die Kuh ist noch lange nicht vom Eis", zitierte der "Spiegel" einen Manager eines Musikkonzerns.

Der Disput sorgte laut Magazin auch für Verärgerung in der Branche: "Wie es passieren konnte, sich ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft mit Amazon anzulegen, ist völlig rätselhaft", meinte ein anderer Manager.

In den USA startete Amazon im September mit dem Verkauf von Musik-Files ohne Kopierschutzbeschränkungen im MP3-Format. Ob und wann ein solcher Dienst auch hierzulande verfügbar sein wird, ist noch unklar. Ein derartiges Angebot sei jedoch auch für Österreich "grundsätzlich denkbar", sagte eine Amazon-Sprecherin zu ORF.at.