18.08.2004

600 METER

Lichtteilchen über Donau "gebeamt"

Wiener Forscher haben Lichtteilchen 600 Meter weit von einer Seite der Donau zur anderen "gebeamt".

Damit sei erstmals eine derartige Quantenteleportation unter realen Bedingungen geglückt, so der Leiter des Experiments, Rupert Ursin von der Universität Wien. Mit der Technik soll künftig unter anderem abhörsichere Kommunikation möglich werden.

Das Team hatte ein 800 Meter langes Glasfaserkabel in der Wiener Kanalisation unter der Donau hindurch gezogen und mit dessen Hilfe die Quantenzustände von Photonen 600 Meter weit teleportiert.

"Viele hatten geglaubt, dass sich die empfindlichen Quantenzustände gar nicht unter solchen realen Bedingungen übertragen lassen", so Ursin.

Datenrate verdoppelt

Das Experiment ist nach Ansicht der Wissenschaftler ein Schritt zur Umsetzung eines Signalverstärkers für künftige Quanten- Kommunikationsnetzwerke.

Gleichzeitig haben die Wiener Physiker die Datenrate für die Quantenteleportation verdoppelt und damit nach Ursins Worten das Maximum des heute Möglichen erreicht.

Bei der Quantenteleportation werden genau genommen nicht die Teilchen selbst, sondern nur ihre "Quantenzustände" übertragen, also Information. Dazu erzeugt der Sender zunächst einen gemeinsamen Mischzustand aus zwei "verschränkten" Teilchen und schickt eines davon etwa durch ein Glasfaserkabel zum Empfänger.

Sobald der Sender das verbliebene Teilchen mit dem zu teleportierenden kombiniert, entsteht beim Empfänger simultan und ohne unmittelbare Einwirkung eine exakte Kopie des zu teleportierenden Teilchens.