18.08.2004

ROBO-ONE

Kickboxende Roboter begeistern Japan

Ein zwei Mal jährlich stattfindender Roboter-Wettkampf begeistert in Japan die Massen und zeigt die technologischen Trends in der Robotik.

Der "Robot-One"-Wettkampf lehnt sich an der schnellen Sportart "K-1" an, eine in Japan populäre Mischung aus Kickboxen, Karate und Taekwondo.

Die teilnehmenden rund 40 Zentimeter großen, zweibeinigen Metall-Fighter werden ferngesteuert und treten einzeln gegeneinander an.

Kann ein niedergeworfener Roboter nicht mehr binnen zehn Sekunden aufstehen, friert sein System ein oder fällt er aus dem Ring, wird der Gegner zum Sieger des Kampfes erklärt.

Stehen nach fünf Minuten Kampfzeit noch beide Bots, entscheidet das Publikum per Applaus.

Jubeln und trauern

"Die technischen Fortschritte der letzten Jahre sind unglaublich," so Naohiro Hayaishi vom Roboterhersteller Vstone.

"Heuer schauen die Roboter wirklich so aus als würden sie gegeneinander kämpfen." In früheren Bewerben schafften es viele Roboter gerade einmal sich langsam zu bewegen.

Nun versuchen die Kampfbots nicht nur mit allen Mitteln ihren Gegner zu besiegen, sondern reißen bei einem Sieg auch die Arme in die Luft und jubeln dem Publikum zu oder werfen sich bei einer Niederlage fäusteballend auf den Boden.

Seit kurzem haben einige Bots auch das Salto Schlagen mit anschließendem Rammen des Gegners im Programm.

Komplexe Aufgaben selbstständig

Doch das Spektakel wird dabei von Experten nicht nur als reine Unterhaltung, sondern als wegweisend in der Robotik angesehen.

So können die Roboter nun allesamt komplexe Aufgaben, wie das Aufstehen, selbstständig übernehmen, ein Zutun des Entwicklers ist nicht mehr notwendig. Die Bots verfügen über ein so großes Reperatoire an Bewegungsabläufen, dass es unmöglich wäre jede einzelne von Hand zu steuern.

Auch geht der Trend hin zum robusten Roboter, der Fehlfunktionen wie das Hinfallen einfach wegsteckt und dabei keinen Schaden nimmt.