KarstadtQuelle baut eBay-Geschäft aus
Der angeschlagene Warenhaus- und Versandhandelskonzern KarstadtQuelle kann zumindest noch im Online-Bereich mit zweistelligen Wachstumsraten glänzen.
Der Handelsriese steigerte im ersten Halbjahr den Online-Umsatz um 10,7 Prozent auf 833 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr ist sogar ein Plus von 25,8 Prozent auf mindestens zwei Mrd. Euro geplant, wie der Konzern am Dienstag bekräftigte. Auf den Internethandel entfallen damit 12,1 Prozent des Konzernumsatzes.
Erklärtes Ziel des Konzerns ist es, "größter Powerseller bei eBay zu werden". Der Konzern gewinne auf diesem Weg einen zusätzlichen Absatzkanal und könne zusätzliche Umsätze, aber auch neue Kunden gewinnen, meinte der Sprecher. Die bei eBay erzielten Umsätze seien schon heute nennenswert.
KarstadtQuelle hat in den vergangenen Jahren ein ganzes Netz von Shopping-Portalen wie karstadt.de, quelle.de und neckermann.de aufgebaut. Außerdem verkauft der Konzern auch über das Internet-Auktionshaus eBay seine Produkte.
KarstadtQuelle steigert Online-Umsatz"Kannibalimus in Grenzen"
Der stetige Anstieg des Online-Handels sei zum Teil auf die Verlagerung der Kunden der Versandhaustöchter Quelle und Neckermann zurückzufürhen, die bisher per Katalog orderten.
Der Anteil dieses "Kannibalismus" halte sich aber "sehr stark in Grenzen", meinte Unternehmenssprecher Martin Schleinhege. Dies zeige sich schon daran, dass der Neukundenanteil deutlich über 50 Prozent liege.
Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern kämpft derzeit mit dramatischen Umsatzeinbrüchen. Im ersten Halbjahr summierten sich die Verluste [operatives Konzernergebnis] auf 388,5 Mio. Euro, der Umsatz ging um sechs Prozent auf 6,87 Mrd. Euro zurück.
