16.08.2004

ORIGINAL

3D-Analyse erkennt gefälschte Unterschrift

Mittels eines neuen 3D-Verfahrens sollen gefälschte Handschriften künftig leichter erkannt werden.

Das unerkannte Fälschen von Testamenten, Schecks oder anderen Urkunden werde so nahezu unmöglich, berichten italienische Wissenschaftler.

Die so genannte 3D-Micro-Profilometrie genannte Technik analysiert den Druck, der beim Schreiben auf das Papier ausgeübt wurde, und kann so Nachahmungen eindeutig identifizieren.

Bisher hat man vorrangig die Sequenz der einzelnen geschriebenen Striche ermittelt, um Original und Fälschung zu unterscheiden.

Keine Beschädigung des Dokuments

Die alleinige Betrachtung der Schrift reicht zum Erkennen einer Fälschung nicht aus, da auch die Unterschrift einer Person von Mal zu Mal etwas variiert.

"Die zwei Hauptprobleme der Graphologie sind die Ausrichtung und die Überlagerung der Striche. Mit traditionellen Methoden konnte diese bisher in betimmten Fällen wie etwa beim Gebrauch von Tinte nicht zweifelsfrei festgestellt werden," so Lorenzo Cozzella von der Uni Rom.

Daher erstellen die italienischen Forscher mittels Bildverarbeitungstechniken ein 3-D-Modell des Drucks, der beim Schreiben ausgeübt wurde, da dieser nur sehr schwer nachzuahmen ist.

Das erstellte Bild zeigt die Schriftlinie als Graben und Furchen, Anomalien können so leicht gefunden werden.

Ein weiterer Vorteil der Methode ist, dass das Schriftstück bei der Analyse keinerlei Schaden nimmt.

Ermittlung dauert ein bis zwei Stunden

Normalerweise versuchen Fälscher Unterschriften mittels Abpausen nachzumachen, doch auch die Freihand-Methode ist weit verbreitet.

Indem der individuelle Druck der gesamten Unterschrift und der Punkte, an denen sich zwei Striche überschneiden, von dem 3D-Modell verglichen wird, soll den Fälschern das Handwerk deutlich erschwert werden.

"Die Methode nimmt ein bis zwei Stunden pro Unterschrift in Anspruch, doch dann sollten alle Zweifel des Graphologen entweder beseitigt oder bestärkt worden sein," so Cozzella.