München treibt Linux-Umstieg wieder an
Trotz anhaltender Unsicherheiten durch das EU-Patentrecht treibt die Stadt München die Umstellung auf das Betriebssystem Linux weiter voran.
Nach einer "Denkpause von wenigen Tagen", in der das Gesamtverfahren ausgesetzt wurde, teilte Oberbürgermeister Christian Ude [SPD] am Mittwoch in München den Beginn des Teilnehmerwettbewerbs "LiMux Base Client" mit.
Die Stadt will ihre 14.000 Computer auf das freie Betriebssystem Linux umstellen lassen. Derzeit ist jedoch noch unklar, welche Auswirkungen eine Veränderung des EU-Patentrechtes für Computertechnik auf das Projekt haben könnte.
Die Stadtrats-CSU hatte in einem Dringlichkeitsantrag an Ude die Befürchtung geäußert, die anstehende Gesetzesänderung im EU-Recht könnte den Preis für die Münchner Linux-Migration massiv verteuern.
Patentangst verzögert Linux-Umstieg30 Millionen Euro vorgesehen
Die Stadt sieht für die Umstellung insgesamt 30 Millionen Euro vor. "Wir leugnen Unsicherheit nicht", sagte Ude. Rechtssicherheit sei bei einem derartigen Großprojekt unbedingt notwendig.
Daher wird die Stadt in den kommenden Tagen auch ein Rechtsgutachten in Auftrag geben, das den Einfluss der EU-Entscheidung auf die Open-Source-Bewegung klären soll.
