Neue Vorwürfe gegen Siemens
In der Schmiergeldaffäre beim Siemens-Konzern sind laut einem Medienbericht wieder neue Details ans Licht gekommen.
Über eine Schweizer Tochter des Konzerns seien zwischen 2002 und Anfang 2006 fragwürdige Zahlungen in Höhe von 43,5 Millionen Schweizer Franken [26,1 Mio. Euro] geflossen, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Betroffen sei vor allem die ehemalige Mobilfunksparte [ICM] des Konzerns. Dies gehe aus einem bisher unveröffentlichten Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervor, die Anfang 2006 die Intercom Telecommunications Systems durchleuchten sollte.
Ein Siemens-Sprecher wollte sich am Samstag in München nicht zu dem aktuellen Bericht äußern und verwies auf die laufenden Ermittlungen und die bereits veröffentlichten Untersuchungsergebnisse.
Der "Spiegel" hatte bereits im Jänner unter Berufung auf einen KPMG-Bericht über die Rolle dieser Firma in der Affäre berichtet, die im Verdacht stehe, als "Waschmaschine" für Schmiergeldzahlungen fungiert zu haben. Damals war von einer Summe von 1,7 Mio. Euro zwischen Oktober 2005 und Februar 2006 die Rede.
Siemens-Chef Peter Löscher ist mit den Führungskräften des Technologiekonzerns nach der Korruptionsaffäre hart ins Gericht gegangen. Nun sollen andere Zeiten anbrechen: "Siemens steht für saubere Geschäfte. Punkt."
Neuer Wirtschaftsprüfer ab 2008
Nach Erkenntnissen der KPMG habe Intercom hauptsächlich die Aufgabe gehabt, Beraterverträge mit dubiosen Geschäftspartnern zu verwalten, heißt es im "Spiegel". Mutmaßliche Siemens-Schmiergelder seien dem 119-seitigen Bericht zu Folge über die Intercom mit Hilfe von Briefkastenfirmen in Liechtenstein, Panama und den British Virgin Islands an Empfänger in aller Welt geschleust worden.
KPMG hatte jahrelang für Siemens gearbeitet. Inzwischen sieht sich der krisengeschüttelte Elektrokonzern nach einem neuen Wirtschaftsprüfer um. Für das laufende Geschäftsjahr soll zwar noch einmal KPMG das Testat ausstellen, für das Geschäftsjahr 2008/2009 wird der Auftrag aber neu ausgeschrieben. Eine Schuld an der Misere gibt Siemens KPMG aber ausdrücklich nicht.
(APA | dpa)
