Ausschreibung für digitalen Polizeifunk

deutschland
13.12.2007

Auftragsvergabe Anfang 2009

Für den Betrieb des Digitalfunknetzes für Polizei und Rettungskräfte in Deutschland beginnt am Freitag die Ausschreibung. Der Auftrag solle voraussichtlich Anfang 2009 vergeben werden, sagte eine Sprecherin der zuständigen Bundesanstalt am Donnerstag. An dem Großprojekt haben unter anderem Siemens und die Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems ihr Interesse angemeldet.

Größtes Digitalfunknetz der Welt

Anfang Juni hatten Bund und Länder den Startschuss für den technischen Aufbau des Netzes gegeben. Bis Ende 2010 soll in Deutschland das größte flächendeckende Digitalfunknetz der Welt mit 500.000 Nutzern bei Polizei, Rettungsdiensten, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk [THW] entstehen. In den ersten Regionen soll es bereits 2008 zur Verfügung stehen.

Die neue Technik löst den analogen Funk ab und ermöglicht erstmals eine direkte Kommunikation von Polizei und Feuerwehr, die sonst auf unterschiedlichen Frequenzen funken. Außerdem bietet der Digitalfunk eine bessere Sprachqualität und gilt als abhörsicher. Einsatzkräfte sollen sich mit den neuen Funkgeräten auch ins normale Telefonnetz einwählen und Daten abfragen können. Deutschland ist eines der letzten Länder in Europa ohne Digitalfunknetz.

Großauftrag für EADS

Die Innenminister veranschlagen die Kosten auf rund 4,5 Milliarden Euro. Für den technischen Aufbau des Netzes ist der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS zusammen mit Siemens zuständig. Der Betrieb liegt bis zur Vergabeentscheidung übergangsweise in den Händen von EADS und der Bundesanstalt für den Digitalfunk.

(Reuters)