Die CeBIT steckt sich neue Ziele
Die Deutsche Messe AG will den Erfolg der Computermesse CeBIT künftig nicht mehr an Zahlen messen und setzt auf ein Online-Kommunikationsnetzwerk.
"Die CeBIT lässt sich nicht mehr in den alten Parametern messen", sagte Ernst Raue, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG, am Mittwochabend in Hamburg.
Die Interessen der Branche hätten sich grundlegend verändert. Mit einem runderneuerten Konzept wolle sich die Messe künftig dem rasanten Wandel und den veränderten Bedürfnissen von Ausstellern und Besuchern stellen.
Online-Angebot mit Werbefinanzierung
Raue betonte, ähnlich wie bei Printmedien, wo die Werbeeinnahmen zugunsten von Internet-Aktivitäten wegbrächen, gebe es auch in der ITK-Industrie eine Veränderung der Kommunikationsbedürfnisse.
Diesem Wandel wolle die Messe mit neuen Internet- und Netzwerkangeboten entsprechen. Künftig sollen über werbefinanzierte Kommunikationsnetzwerke im Internet die sinkenden Einnahmen etwa aus Standmieten ausgeglichen werden, sagte Raue.
Die CeBIT war 1986 als eigenständige Veranstaltung aus der Hannover Messe hervorgegangen und findet jedes Jahr im März aus dem Messegelände in Hannover statt. Im Jahr 2001 - auf dem Höhepunkt der New Economy - zählte die CeBIT 830.000 Besucher und 8.100 Aussteller. In den Folgejahren schrumpften Aussteller- und Besucherzahlen. Zur CeBIT 2007 wurden 480.000 Besucher und 6.100 Aussteller registriert.
Zehn Mio. Euro für "Internet 2010"
Die CeBIT-Veranstalter wollen ihr neues Projekt "Internet 2010" zunächst mit einer Investition von zehn Millionen Euro starten. Unter dem Dach eines neuen Unternehmens will die Messe gemeinsam mit der Internet-Firma ngn aus Berlin ein Netzwerk aufbauen, das sowohl Ausstellern als auch Besuchern zum Informationsaustausch zur Verfügung stehen soll, sagte Raue.
"Die CeBIT muss marktadäquat auftreten", sagte Raue. "Auch den Besucher interessiert es letztlich nicht, wie viele Quadratmeter wir vermietet haben."
Stände flexibler gestalten
Zwar gebe es nach wie vor Unternehmen wie Microsoft und IBM, die sich mit großen Ständen präsentieren werden. Viele Unternehmen bevorzugten allerdings kleine und flexible Auftritte, um ihre Kunden gezielter anzusprechen. Zudem werde es künftig vermehrt Internet-Unternehmen wie Google geben, die zwar nicht selbst als Aussteller, aber als Partner auf anderen Ständen vertreten sein werden.
Die CeBIT werde die veränderten Interessen mit flexiblen Ausstellungskonzepten bedienen und auch entsprechende Räume sowohl für Vorträge als auch für Foren, kleine Diskussionsrunden und Präsentationen von Business-Lösungen bieten.
(dpa)
