Opera beschwert sich über Microsoft
Der norwegische Browser-Entwickler Opera hat am Donnerstag eine Beschwerde über Microsoft bei der Europäischen Kommission eingereicht.
Das Unternehmen fordert die Behörden auf, Microsoft dazu zu zwingen, Windows-Nutzern bei der Wahl des Internet-Browsers mehr Freiheit zu geben.
Opera kritisierte außerdem, dass Microsoft Entwickler davon abhalte, kompatible Programme zu schreiben, indem "es akzeptierte Webstandards nicht einhält".
Opera forderte die EU-Wettbewerbsbehörde auf, die Entscheidung gegen Microsoft wegen des Media Players auch auf Internet-Software anzuwenden. Die EU hatte Microsoft dabei verpflichtet, eine Windows-Version auch ohne integrierten Media Player anzubieten.
Auch bei der Internet-Software nutze Microsoft seine Monopolstellung bei den PC-Betriebssystemen aus, indem der Internet Explorer dort schon mitgeliefert werde und Alternativen nicht angeboten würden, erklärte Opera.
Verknüpfung vs. Wettbewerb
Das EU-Gericht erster Instanz hatte im September eine Beschwerde des US-Software-Konzerns gegen ein von der EU-Kommission verhängtes Bußgeld in der Höhe von 497 Millionen Euro in allen wesentlichen Punkten zurückgewiesen.
Das Gericht folgte der Argumentation der Brüsseler Wettbewerbshüter, dass Microsoft seine marktbeherrschende Stellung missbraucht habe. Die Verknüpfung des Microsoft-Betriebssystems Windows mit der Server-Software des Konzerns berge die Gefahr, "dass der Wettbewerb zunichte gemacht wird", erklärte das Gericht.
Offene Standards
Microsoft kommentierte das Vorgehen am Donnerstag vorerst nicht, weil es die Beschwerde noch nicht gesehen habe.
Opera rief Microsoft in einem Statement auch dazu auf, seine eigenen Ankündigungen zu befolgen und offene Web-Standards zu unterstützen.
Opera konzentriert sich derzeit auf die Weiterentwicklung des Browsers Opera Mini, der auf Mobilgeräten wie Handys zum Einsatz kommt.
(futurezone | AP)
