Lantec vom Börsenhandel ausgesetzt
Das an der Wiener Börse notierte deutsche Technologieunternehmen Lantec hat wegen aktueller Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag am Amtsgericht München gestellt.
In der Folge wurde das Unternehmen am Mittwoch "bis auf weiteres" vom Handel an der Wiener Börse ausgesetzt.
Die seit einiger Zeit angestrebte Kapitalerhöhung bei Lantec habe sich verzögert, "es kann eventuell auch ein Scheitern der weiteren Kapitalerhöhung möglich sein", teilte das Unternehmen ad hoc mit. Aus diesem Grund und wegen aktueller Zahlungsunfähigkeit habe der Vorstand vorsorglich einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München gestellt.
Ende April hatte das Unternehmen seine Pläne für das laufende Geschäftsjahr nach unten revidiert. Der Jahresumsatz werde zurückgehen, der Betriebserfolg [EBIT] negativ ausfallen.
Erteilte Orders im genannten Titel wurden für erloschen erklärt und müssten neu erteilt werden, teilte die Börse mit. Ob und wann der Handel in Lantec-Aktien wieder aufgenommen wird, ist derzeit offen und hängt mit der weiteren Entwicklung des Insolvenzverfahrens zusammen. Die Lantec-Aktie notiert außer in Wien auch im Freiverkehr in Frankfurt, München und Stuttgart.
Ein Neuzugang für die Wiener BörseAls Begründung wurden "die sich langsamer als erwartet erholende Wirtschaftslage in Deutschland" sowie eine "sich verzögernde Kapitalerhöhung" genannt, die beide die Ergebnisse belasteten.
Auch die Umsatzzahlen im neuen Geschäftsbereich "i-Integration" würden sich unterhalb der Erwartungen entwickeln, wofür neben der angespannten Konjunkturlage auch "die Tabakbranche betreffende Steuer- bzw. Preiserhöhungen zum 1.3.2004" genannt wurden, die erhebliche finanzielle Mittel der Branche binden und Investitionen erschweren würden.
Das 1994 gegründete Lantec wurde im Dezember 2002 als erste deutsche Hauptnotiz vom Emissionshaus BlueBull an die Wiener Börse gebracht. Wegen schwieriger Marktbedingungen gelang damals nicht die geplante Platzierung von bis zu 800.000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung.
