Software lernt Text verstehen
In rund zwei Jahren werden benutzerfreundliche Programme auf den Markt kommen, die den Inhalt langer Texte in wenigen Zeilen wiedergeben können, prophezeit der Jenaer Sprachwissenschafter Udo Hahn .
Textarbeiter wie Studenten, Forscher oder Journalisten bekämen damit ein zeitsparendes Instrument an die Hand, das den Inhalt eines Texts stichpunktartig erfassen kann. Die Technologie werde sich schnell durchsetzen und bald so unabdingbar sein wie Google für das Internet.
Seit 1984 versucht ein Team von Programmierern, Linguisten, Theologen, Mathematikern und Philosophen Rechnern vermittels der Software "CyC" so etwas wie Hausverstand beizubringen.1,4 Millionen Fakten, Erkenntnisse und Regeln wurden bereits eingegeben. Etwa: Lebewesen, die sterben, bleiben tot. Hunde haben eine Wirbelsäule. Eine Felswand zu erklimmen, erfordert enorme Anstrengung.
Common Sense für ComputerDie Arbeitsgänge
In einem Arbeitsgang streicht die Software einfach alle als weniger wichtig erkannten Passagen. An Signalwörtern wie "zusammenfassend" oder "schließlich" wiederum ließen sich wichtige Sätze erkennen, während Phrasen wie "in die Tiefe gehen" oder "im Detail" auf weniger Wichtiges hinwiesen.
Damit kombiniert ist eine Gliederung von Texten in semantische Hierarchien. Die Software versucht, den auszuwerfenden Text auf die "höheren" Ebenen zu konzentrieren und Details der "unteren" Ebenen auszublenden.
Hahn: "Die Vision ist es, einen Computer mit Hunderten Fachartikeln zu füttern, aus denen er sich die wichtigen Wörter selbst lernend heraus sucht."
