Big Brother Awards UK vergeben
Am Mittwoch wurden an der London School of Economics die sechsten Big Brother Awards Großbritanniens verliehen.
Die Zeremonie im Club "The Quad" - der Fama nach hatten die Rolling Stones hier ihren ersten Auftritt - stand vor allem im Zeichen der bevorstehenden Einführung nationaler ID-Cards in England.
"Ausgezeichnet" mit den Preisen, die keiner haben will, wurde etwa Margaret Hodge, Ministerin für Bildung und Erziehung" für die "Children Bill". Diese Datensammlung, in der elf Millionen Kinder erfasst werden sollen, übertrifft die heftig kritisierte österreichische Bildungsevidenz noch um Einiges.
So soll nicht nur das Verhalten der Kinder in der Schule aufgezeichnet werden, auch für Berichte über wahrgenommene Auffälligkeiten im Elternhaus sind eigene Datenfelder vorgesehen.
Simon Davies, Erfinder der mittlerweile in 17 Ländern abgehaltenen Datenschutzveranstaltung und der britische Kabarettist Mark Thomas führten durch das Programm.
Privacy International"Lifetime Award" für US-VISIT
Der britische Innenminister David Blunkett, der in den vergangenen Jahren bereits alles gewonnnen hatte, was es zu gewinnen gab, ging diesmal leer aus.
Der "Lifetime Menace Award" ging an die Verantwortlichen des "US-VISIT"-Programms, das unter anderem die Erfassung biometrischer Daten aller Einreisenden sowie deren Flug-Buchungsgeschichte zum Inhalt hat.
Einer der beiden - positiven -"Winston Awards", benannt nach der Hauptperson in George Orwells Roman "1984", ging an den italienischen Datenschutzbeauftragten Stefano Rodota, der auf EU-Ebene eine der auffälligsten Erscheinungen des europäischen Datenschutzes war.
