Luftabwehr-Radar gegen WLAN
Im Hin- und Her um die Freigabe der neuen Fünf-Gigahertz-Lizenzen kommt dem Bundesheer die Rolle des Züngleins an der Waage zu. Überall dort, wo Teilbereiche des neuen Spektrums für Wireless LAN noch nicht zur Nutzung freigegeben sind, liegen Frequenzbänder des Bundesheers.
Das letzte Viertel des unteren der beiden 5-GHZ-Bänder ist etwa für die Nutzung durch "nicht-ziviles Radar" vorgesehen.
Welcher Art die dort betriebenen Anlagen sind und ob die Frequenzen tatsächlich genutzt werden, wollte man beim Bundesheer naturgemäß nicht sagen. Anzunehmen ist, dass es sich um fixe und mobile Luft-Kontroll bzw. -Abwehrsysteme handelt.
Von der verfügbaren Bandbreite ist im unteren der beiden freizugebenden Bänder erst die Hälfte definitiv zugeteilt, wobei dieser 100-MHz-Streifen gleich mit drei Auflagen bestückt ist, Gerätart und Sendeleistung betreffend
Die Auflagen für 5150 bis 5250 MHz"Derzeit nicht verfügbar"
Die Folge ist, dass die Hälfte des Bandes - der 5250 bis 5350 MHZ - noch nicht vergeben ist.
Im zweiten Band aber ist noch weit weniger geregelt: 5470 bis 5725 MHz sind z.B. "derzeit nicht verfügbar."
Genau hier finden sich Frequenz-Zuweisungen abwechselnd an "nicht-zivile Flugnavigation" und "nicht-ziviles Radar". Dazu kommen relativ schmale Bereiche für Wetterradar und Amateur-Satellitenfunk.
5795 bis 5815 MHZ sind für "Short Range Devices" zum Zwecke der "Verkehrstelematik" gewidmet: also Verkehrsradar oder "Section Control", wie sie etwa im Wiener Kaisermühlen-Tunnel schon zur Anwendung kommt.
Am oberen Ende des gesamten neuen WLAN-Spektrums, dessen Freigabe bis spätestens März durch die Oberste Fernmeldebehörde zu regeln ist, überschneiden sich die letzten 25 MHz mit einem Band, das der "Zuspielung von Rundfunkprogrammen" gewidmet ist. Der ORF benützt diese Bereiche für Funkstrecken bei Live-Übertragungen. Die weitaus größten Überschneidungen aber gibt es mit den Frequenzbändern des Bundesheers.
Der Stand der Dinge in Sachen 5-GHzHiperlan 2 Networks
Der 5-GHZ-Beriech ist generell für so genannte "Hiperlan 2 Networks" gewidmet. Diese intelligenten WLANs bestehen aus einer ganzen Reihe von Access Points, die mit automatischer Frequenzzuweisung und automatischem Handover arbeiten.
Damit wird jenes Chaos vermieden, das bei der Einrichtung großflächiger WLANs bis jetzt allzu oft die Regel ist. Kein Zuwenig, sondern ein unkoordiniertes Zuviel an Connectivity führt dazu, dass sich mehrere Access Points um ein mobiles Terminal balgen.
Die Hiperlan-Spezifikation
