Hutchison will Netzbetrieb auslagern
Der UMTS-Betreiber Hutchison Austria, der im Mai 2003 unter der Marke "3" sein Angebot für die dritte Mobilfunkgeneration in Österreich gestartet hat, prüft die Auslagerung von einzelnen Unternehmensbereichen.
Ein in der Branche in den vergangenen Wochen heftig kolportierter Jobabbau bei Hutchison Österreich sei aber derzeit kein Thema, sagte Hutchison Austria-Geschäftsführer Berthold Thoma. Das UMTS-Geschäft laufe insgesamt "trotz des Sommerlochs" und dank Sonderaktionen "gut".
"Wir sind auf der Suche nach einem Outsourcing-Partner und nach einem Business-Case. Aktuell reden wir mit sechs Firmen, darunter Siemens", berichtete Thoma. Konkret gehe es um die Auslagerung der Bereiche Netzbetrieb und IT-Entwicklung. Eine Entscheidung werde man jedenfalls noch heuer treffen.
Kein Mitarbeiterabbau
Die Branchengerüchte über einen möglichen Mitarbeiterabbau bei
Hutchison Austria, wo 510 Mitarbeiter beschäftigt sind, führt Thoma
genau auf diese Auslagerungs-Überlegungen zurück. Eine Auslagerung
einzelner Geschäftsbereiche würde aber nicht einer Kündigung von
Mitarbeitern gleichkommen, betonte Thoma.
Alle Netzbetreiber mit ausreichend UMTSGroße Einsparungen als Voraussetzung
Mitte Mai hatte der drittgrößte österreichische Mobilfunkbetreiber One die Handybranche geschockt und den Abbau von 225 der rund 1.100 Mitarbeiter angekündigt.
Bei einer Auslagerung müssten deutlich mehr als 15 Prozent der Kosten eingespart werden können, damit sie sich rechne, meinte Thoma. Eine Auslagerung würde den internationalen Konzernvorgaben von Hutchison entsprechen, jüngst habe Hutchison in Australien den UMTS-Netzbetrieb ausgelagert.
Analyse des Mitbewerbs
Man analysiere derzeit auch, wie die Auslagerungen bei One und
tele.ring von statten gegangen seien.
One mit leichtem UmsatzplusDer vierte österreichische Mobilfunkbetreiber tele.ring hatte 2002 mit dem Telekom-Ausrüster Alcatel einen Wartungsvertrag für das tele.ring-Handynetz geschlossen und die Übernahme von 42 tele.ring-Mitarbeitern in das österreichische Service Team von Alcatel vereinbart. One hatte im Vorjahr Management, Betrieb und Wartung des Mobilfunknetzes ebenfalls an Alcatel ausgelagert, 200 Mitarbeiter waren von One zu Alcatel gewandert.
Der UMTS-Erfolg ist bisher weit unter den ursprünglichen Erwartungen geblieben. Bis Mai 2004 hatte Hutchison 55.000 Kunden akquiriert.
