Haft wegen Betrug mit MS-Produkten
Das Landgericht Bochum hat am Donnerstag einen 38-jährigen Softwarehändler wegen eines Millionenbetruges mit Microsoft-Produkten zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Gefängnis gefordert.
"Das Urteil ist rechtskräftig, der Angeklagte hat es angenommen", sagte ein Gerichtssprecher. Der Verurteilte hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen 1998 und 2001 günstige Schul-Versionen verschiedener Microsoft-Produkte eingekauft und sie in modifizierten Verpackungen mit hohem Gewinn als vermeintliche Voll-Versionen an ahnungslose Kunden verkauft.
Nach Schätzungen der Ermittler soll der Mann über seine inzwischen insolvente Firma "Dino-Soft" mehr als 32.000 einzelne Artikel vertrieben haben. Durch den Preisunterschied zwischen den Schul- und den Vollversionen habe Microsoft einen Schaden von etwa 4,5 Millionen Euro erlitten, sagte der Gerichtssprecher.
Kulanzregelung für Kunden
Die Kunden erlitten zunächst einen so genannten
Gefährdungsschaden von rund zehn Millionen Euro, da sie keine voll
lizenzierten Versionen erwarben. Microsoft habe aber im Zuge einer
Kulanzregelung die betroffenen Versionen als Vollprodukte anerkannt,
sagte der Sprecher.
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