EFF-Aktion gegen Filesharing-Blocker
Wireshark vs. Comcast
Nachdem die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation [EFF] bereits im Oktober 2007 darauf aufmerksam gemacht hat, dass der Internet-Provider Comcast offensichtlich durch Einfügung von TCP-RST-Paketen in den Datenstrom gegen die Nutzung von Filesharing-Clients durch seine Kunden vorgegangen ist, hat die EFF nun eine Dokumentation der Vorgehensweise von Comcast veröffentlicht.
TCP-RST-Pakete sorgen dafür, dass eine Client-Software ihre Verbindung zum Internet beendet. In entsprechenden Tests haben sowohl die EFF als auch die Nachrichtenagentur Associated Press Störungen bei der Nutzung von Filesharing-Clients im Comcast-Netz festgestellt. Bei den Tests hielten beide Organisationen copyright-freies Material zum Download bereit.
Die EFF hält auch fest, dass sich Comcasts Störung des P2P-Datenverkehrs auch gegen neue Geschäftsmodelle im Internet-Broadcasting wendet. So verlassen sich zahlreiche neue Videodienste wie Joost und Bittorrent.com auch auf P2P-Technologien zur Verteilung ihrer Daten.
Medienindustrie gegen Internet
Die EFF hält demgemäß die verdeckte Vorgehensweise von Comcast gegen seine Kunden für erwiesen und wirft dem Unternehmen vor, mit plumpen vermeintlichen Anti-Piraterie-Maßnahmen die Grundlagen der Funktionsweise des Internets zu bedrohen.
Die Bürgerrechtler haben auch eine Aktion gestartet, in deren Rahmen sie die Kundschaft dazu auffordern, ihre Provider zu testen. Sie haben eine Anleitung veröffentlicht, nach der Kunden mit dem Packet-Sniffer Wireshark ihre Internet-Verbindung testen sollen.
