Handelssystem Xetra wird zehn Jahre alt
Börsensaal nur noch Staffage
Am Mittwoch wird das "Exchange Electronic Trading" [Xetra] der Deutschen Börse AG zehn Jahre alt. Das am 28. November 1997 gestartete System gewann im Handel schnell an Bedeutung - trotz anfänglicher Skepsis vieler Börsianer. Das Frankfurter Börsenparkett dient mittlerweile hauptsächlich als Kulisse für die Wirtschaftsberichterstattung im Fernsehen.
Mehr Funktionen ab 2008
Derzeit beteiligen sich laut Deutscher Börse AG 260 Teilnehmer in 19 Ländern an Xetra. Mehr als 4.600 Händler sind angeschlossen. An Spitzentagen verarbeitet das System 8,5 Mio. Transaktionen und führt 1,3 Mio. Handelsbewegungen aus: kaufen und verkaufen von Aktien per Mausklick.
Mehr als 9.000 Papiere sind handelbar, für das Frühjahr 2008 plant die Deutsche Börse AG eine Neuauflage des Systems, in die auch Optionsscheine und Zertifikate aufgenommen werden sollen. Ab Mitte 2008 will auch die bulgarische Börse das Handelssystem nutzen - als vierte ausländische Börse nach Wien, Dublin und Schanghai.
Solide Geschäfte mit dem digitalen Markt
Allerdings hat das System auch seine Schwierigkeiten: Am 19. November 2007 ließ eine Computerpanne den Xetra-Handel für gut eine Stunde zusammenbrechen. Solche Ausfälle gelten in der Branche als mittlere Katastrophe: Banken verlieren Geld, wenn Referenzpreise von Aktien nicht geliefert werden, Anleger verpassen Gelegenheiten zum Kaufen oder Verkaufen von Papieren.
Immerhin: Solche Pannen sind selten, zuletzt hatte es im September 2006 einen knapp einstündigen Xetra-Ausfall gegeben.
Dem Geschäft der Deutschen Börse AG mit ihrem Handelssystem tun auch die - seltenen - Pannen keinen Abbruch. Im dritten Quartal 2007 schnellten die Erlöse im Segment Xetra im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 66 Prozent auf 113,4 Mio. Euro nach oben, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung [EBITA] stieg sogar um 117 Prozent auf 77,8 Mio. Euro.
(dpa)
