Microsoft geht auf den Biometriemarkt
In Fachkreisen wie dem "Biometrics Consortium" wurde schon länger darüber gemunkelt, Donnerstagabend wurde es offiziell bekannt: Microsoft geht auf den Markt für Biometrie-Anwendungen.
Saflink, eine der führenden Biometrie-Firmen auf dem amerikanischen Markt, und Microsoft haben eine strategische Partnerschaft geschlossen.
Zusammen biete man eine überzeugende Lösung für jene Programme des Heimatschutz-Ministeriums, die mit Biometrie zu tun haben, sagte Mark Belk, Microsofts "Homeland Security Chief Architect".
Weitere Synergien fänden sich in den Bereichen fälschungssichere ID-Cards und physische Sicherheitskontrollen.
Der Chief Technology Officer von Saflink wiederum zeigte sich überzeugt, dass Microsofts .NET-Plattform, zusammen mit Active Directory and dem SQL-Server von MS den Anforderungen des Ministeriums für Heimatschutz genüge, was Skalierbarkeit und Sicherheit betreffe.
Biometrie-Schleusen als GeschäftsmodellSchnittstelle Open Source
Die Nachricht wurde in Fachkreisen kritisch aufgenommen. Man sei nun gespannt, ob eine der beteiligten Parteien nun ihren Ansatz bestehenden Interface-Standards annähern werde, kommentierte der Moderator des "Biometrics Consortium".
Die generelle "Unreife" der Biometrie-Industrie zeichne sich nirgendwo deutlicher als angesichts des Fehlens einer standardisiereten, effizienten Schnittstelle - Open Source, auf Ebene des Betriebsystems.
Gerade der öffentliche Sektor - die weitaus meisten Biometrie-Aufträge stammen von dort - sollte seine Macht als Hauptabnehmer benützen und auf einem solchen Open-Source-Interface bestehen.
Warum dieser Kritik auf einer Mailing-List erhebliche Bedeutung zuzumessen ist, erklärt sich durch Folgendes:
Das Projekt "Biometrics Consortium" wurde 1994 von der National Security Agency gegründet und wird von je einem Repräsentanten von NSA und NIST [National Standards Institute] geführt. Auf der Mailing-List ist mehr oder weniger die gesamte Biometrie-Industrie weltweit vertreten.
Das Biometrics Consortium
